30.08.2014 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Neue Zehn-Euro-Note besser geschützt gegen Fälschungen - Farbintensiv und schmutzabweisend Der Schein trügt nicht

Als 2013 die neuen Fünf-Euro-Scheine in Umlauf kamen, akzeptierten anfangs nicht alle Automaten die Banknoten. Die Probleme sollen sich bei der Einführung des neuen Zehners am 23. September nicht wiederholen.

So sieht der neue Zehn-Euro-Schein aus. Bundesbank-Direktor Reinhard Pfaffel glaubt an eine "reibungslose Einführung". Bild: Gibbs
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass diesmal alles reibungslos abläuft", sagte Reinhard Pfaffel, Leiter der Bundesbank-Filiale Regensburg, am Freitag bei der Vorstellung des Zehn-Euro-Scheins. Man habe aus den Erfahrungen mit dem Fünfer gelernt und den Automatenbetreibern die neuen Zehner bereits vor neun Monaten zur Verfügung gestellt, so dass diese ihre Geräte entsprechend anpassen konnten.

Einführung bekannt gemacht

Auch sei die Öffentlichkeitsarbeit vor der Einführung verstärkt worden, so dass die Bürger nicht vom Aussehen des neuen Scheins überrascht werden. "Am Tag der Fünfer-Einführung hielt ich einen Vortrag vor Studenten", erzählte Pfaffel dazu eine Anekdote. "Die meisten dachten, die neue Banknote ist eine Fälschung."

Was genau anders ist am neuen Zehner, erklärte Bundesbankoberamtsrat Walter Räbiger. Während sich das Design, das ein Beispiel romanischer Architektur zeigt, wenig verändert hat, ist die Farbe deutlich kräftiger geworden. Außerdem ist der Schein mit schmutzabweisender Lackschicht überzogen, die die Haltbarkeit um 25 Prozent erhöhen soll. Bislang halten die häufig benutzten kleineren Scheine etwa ein Jahr.

Vor allem aber sollen die neuen Scheine noch sicherer gegen Fälschungen werden. Die Sicherheitsmerkmale wurden auf der Vorderseite vereint, um die Überprüfung zu erleichtern. Das Wasserzeichen zeigt nun ein Porträt der Europa, einer Figur aus der griechischen Mythologie. Der Folienstreifen rechts teilt sich in vier "Inseln" mit vier verschiedenen Effekten auf. Wenn man den Geldschein hin und her dreht, verändert sich die Farbe der Wertzahl von "Smaragdgrün zu Tiefblau".

Für die mit speziellen Geräten ausgestatteten Banken und Händler gibt es weitere, für das menschliche Auge unsichtbare, Sicherheitsmerkmale. Alle Neuerungen wurden bereits beim Fünf-Euro-Schein eingesetzt. Räbiger rät, mindestens drei Merkmale zu überprüfen, um sicher zu sein, dass man keine Blüte in der Hand hält. Wer dennoch in den Besitz von Falschgeld kommt, habe schlichtweg "Pech gehabt", sagte Bundesbankdirektor Pfaffel. Der Schein werde nicht ersetzt. Wer ihn verwendet, mache sich strafbar. Stattdessen solle die Polizei informiert werden. Deutschlandweit halte sich das Phänomen allerdings ohnehin in Grenzen. Auf 10 000 Einwohner kämen 6 Fälschungen - im Europavergleich ein eher geringer Wert. Der wirtschaftliche Schaden im Land liege pro Jahr zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro.

Ab jetzt "Europa"-Serie

Scheibchenweise werden in den nächsten Jahren alle Euro-Scheine in aufsteigender Reihenfolge durch die neue "Europa"-Serie ersetzt. Einheitlich wird in allen Wasserzeichen das Europa-Porträt erscheinen. Dass die Einführung gestaffelt erfolgt, erklärte Pfaffel mit dem "riesigen logistischen Aufwand", der dahinterstecke. Insgesamt seien 15 Milliarden Euro-Scheine in Europa im Umlauf.

Und was passiert mit den alten Zehnern? Sie werden noch eine ganze Weile gültig und neben der neuen Banknote im Umlauf sein, beruhigte Pfaffel. Ab einem gewissen Zeitpunkt, der bekannt gegeben werde, seien die alten Scheine zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Sie würden aber ihren Wert behalten und könnten jederzeit bei der Deutschen Bundesbank umgetauscht werden - so wie das nach wie vor mit der D-Mark möglich ist.

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