12.04.2018 - 21:36 Uhr
RegensburgOberpfalz

Oberpfälzer Volks- und Raiffeisenbanken legen beim Firmenkunden-Geschäft deutlich zu Genossen als Wachstumsfinanzierer

62 Prozent der Oberpfälzer sind Kunden bei den Volks- und Raiffeisenbanken. Bärenstark zeigen sich die 28 Genossenschaftsbanken (2016: 31) im Regierungsbezirk. Diese regional verwurzelten Banken erweisen sich einmal mehr als der Finanzierer des Mittelstands: 2017 legten die Kredite an Firmen um 8,3 Prozent auf 4,44 Milliarden Euro zu. Bei einem ungebrochenen Trend zum Eigenheim stiegen die Kunden-Darlehen insgesamt um 5,6 Prozent. Bei der Jahres-Pressekonferenz freut sich der Präsident des genossenschaftlichen Bezirksverbands, Wolfgang Völkl (Volksbank Regensburg), über ein "hohes Wachstum, schneller als der Markt".

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Dass die Spareinlagen im Vorjahr um minus 1 Prozent auf 15,76 Milliarden Euro sanken, ist nach Meinung von Regionaldirektor Franz Penker "bewusst gewollt": Denn angesichts der Nullzinsen bilden Wertpapiere die Alternative schlechthin: Diese außerbilanziellen Kundenanlagen - etwa bei Union Investment - wuchsen um 9,2 Prozent auf 14,57 Milliarden Euro. Völkl, sein Stellvertreter Bernhard Werner (Raiffeisenbank im Naabtal) und Penker machen wenig Hoffnung auf deutlich steigende Zinsen. Sie rechnen mit einem "homöopathischen Anstieg" um höchstens ein Prozent in den nächsten zwei Jahren - auf niedrigstem Niveau.

Zinsergebnis schrumpft

Die extremen Niedrigzinsen belasten die Ertragslage: So schrumpfte 2017 erneut das Zinsergebnis (Differenz zwischen Haben- und Soll-Zins-Aufwendungen) um 3,7 Prozent auf 324,4 Millionen Euro. Dass das Minus nicht noch empfindlicher ausfiel, lag zum einen an der Ausweitung des Kreditgeschäfts, zum anderen an deutlich gesteigerten Provisionen um 5,5 Prozent auf 110,1 Millionen Euro.

Gleichzeitig treten die Volks- und Raiffeisenbanken "an allen Ecken und Enden kräftig auf die Kostenbremse" (Völkl): Bei einem Rückgang der Zahl der Mitarbeiter von 3693 auf 3502 stagnierten die Personalausgaben sowie die Sachkosten. Gleichzeitig schrumpften die Bankstellen von 253 auf 234. "Es liegt allein in der Hand der Kunden, ob die Geschäftsstellen angenommen werden - oder nicht", meint Präsident Völkl. Von der Schließung waren vor allem Kleinst-Filialen betroffen. Auch die Zahl der Geldautomaten sank von 377 auf 364. Beim Personal erwartet Vize-Präsident Werner eine weitere Spezialisierung und einen Ausbau der Beratungsqualität. "Im Service braucht es nicht mehr den voll ausgebildeten Bankkaufmann", betont Regionaldirektor Penker.

Bedingt durch die Demografie (Sterbefälle), sank die Zahl der genossenschaftlichen Mitglieder in der Oberpfalz geringfügig um 376 auf 238 667. Bei den Fusionen sieht Penker "keine Welle, sondern ein langsames Zusammenwachsen". 2018 steht vorerst nur der Zusammenschluss der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau mit der Volksbank Regensburg an. Das sogenannte "harte" Eigenkapital der 28 Oberpfälzer Volks- und Raiffeisenbanken erhöhte sich übrigens auf durchschnittlich 14,1 Prozent der Bilanzsumme.

Wir definieren uns nicht über Masse, sondern über Qualität - konservativ, solide und nachhaltig.Wolfgang Völkl, Präsident des genossenschaftlichen Bezirksverbands

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