06.08.2014 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Sparkassen-Anlagenberater steckte fast 1,6 Millionen Euro in die eigene Tasche Fünf Jahre Haft für Ex-Banker

von Autor AHSProfil

Für einen Millionenbetrug wandert ein ehemaliger Angestellter der Sparkasse Regensburg hinter Gitter: Das Landgericht Regensburg verurteilte den 56-Jährigen am Dienstag zu fünf Jahren Haft. Bereits am ersten Verhandlungstag vor gut zwei Wochen hatte der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt: In 100 Fällen habe er rund 1,4 Millionen Euro unterschlagen und verzockt (wir berichteten).

Vor rund einem Jahr war er auf einem Tennisplatz verhaftet worden. Nach groben Unregelmäßigkeiten auf einzelnen Konten seiner vermögenden Privatkunden hatte sich das Geldinstitut von dem Mitarbeiter zuvor fristlos getrennt. Weitere interne Untersuchungen ergaben danach, dass der Ex-Berater von 2008 bis 2013 überwiegend betagte Kunden geschädigt hatte: Durch Umbuchungen oder Barabhebungen betrog er sie sogar um insgesamt rund 1,6 Millionen Euro. Den Kunden entstand nach Ausgleichszahlungen der Sparkasse kein Schaden - sehr wohl aber der Bank.

In ihrem Plädoyer sagte die Staatsanwältin, die Spielsucht des Angeklagten könne sich nicht strafmildernd auswirken, weil ein Gutachter sie nicht als krankhaft bewertet hatte. Sie kritisierte, dass der Ex-Banker die Geschädigten aus der Haft heraus in Bettelbriefen sogar noch um Spenden für ihn gebeten hatte.

Aber auch mit der Sparkasse ging sie hart ins Gericht, die ihr eigenes Sicherungssystem ignoriert habe. So sei nicht aufgefallen, dass der Angeklagte einer fast 100-jährigen Kundin hochspekulative Wertpapiere verkauft habe. Bei allen Geschädigten habe es sich um "betagte, hilflose und schutzbedürftige Kunden" gehandelt.

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