Wohnungsbautagung der Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz
Preis-Rallye geht weiter

Wirtschaft
Regensburg
08.02.2018
22
0

Rund 200 Gäste, Vertreter von Wohnungsunternehmen, kommunale Mandatsträger, Architekten und Ingenieure sowie Mitarbeiter aus den Verwaltungen, folgten der Einladung der Regierungspräsidenten der Oberpfalz und Niederbayerns, Axel Bartelt und Rainer Haselbeck , am Mittwoch zur "Ersten gemeinsamen Wohnungsbautagung" ins Institut für Immobilienwirtschaft.

"Eine weltweit renommierte Einrichtung", lobte Gastgeber Professor Udo Hebel , Präsident der Universität Regensburg, dessen Leiter Professor Sven Bienert . In seinem Impulsreferat "Bauen lohnt sich" prognostizierte Letzterer, dass "die Preis-Rallye noch eine Zeit so weitergehen wird. Die Jahre 2018 und 19 werden Jahre der Immobilienwirtschaft - bis 2021 hält die Preissteigerung an."

Was gut ist für die Investoren, belastet das Budget von Mietern und Häuslebauern. Einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen müssten einen beträchtlichen Teil des Einkommens für die Miete aufbringen. "Neu ist, dass sich selbst der Mittelstand ein Eigenheim in den Metropolen kaum mehr leisten kann", macht Bartelt deutlich.

Der Termin im Februar 2018 sei bewusst gewählt: "Wir waren sicher, dass dann die Wohnungsbaupolitik der neuen Bundesregierung steht", sagt Haselbeck süffisant. "Wir könnten beraten, wie man das Beste aus der neuen Politik macht." Fest stehe jedenfalls: "Die Baupolitik hat Vorfahrt." Der Bund engagiere sich weiter. "Staatsregierung und bayerischer Landtag sind Vorreiter", lobt der Niederbayer. "Der designierte Ministerpräsident will den Schwerpunkt seiner Politik darauf setzen."

"Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung", zitiert Haselbeck Artikel 106 der Bayerischen Verfassung. Und: "Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden." Der Staat könne das Problem nicht alleine lösen, aber: "Er muss Anreize schaffen, besonders beim Wohnungsbau für Schwächere." Und Immobilienexperte Bienert assistiert: "Eine 4-Prozent-Verzinsung für Investoren beim Sozialen Wohnungsbau ist im Vergleich durchaus lukrativ." Die Anleger schätzten eine lange, sichere Bindung.

Manfred Ahles , zuständiger Sachgebietsleiter für das Förderprogramm bei der Regierung der Oberpfalz, lud die kommunalen Vertreter ein, die Chancen zu ergreifen: "Die Best-Practice-Beispiele zeigen, wir sind weg von den großen Maßnahmen." Das Ziel der Förderung sei die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Menschen mit geringem Einkommen. Die Kommunen wollten unkompliziert Leerstände beseitigen, oft verbunden mit einer Integration in den Ortskern, die eine Ghettoisierung verhindere. "Das Programm ist gut ausgestattet, ich plädiere dafür, es über 2019 hinaus weiterzuführen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.