300 Jahre Srt. Katharina
Eine lange Reise durch die Kirchengeschichte

Historiker Andreas Schwohnke.
Freizeit
Reuth bei Erbendorf
11.07.2017
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Zur historischen Rückschau auf die 300-jährige Geschichte der St.-Katharina-Kirche hatten sich am Samstag annähernd 100 interessierte Zuhörer im schmucken Reuther Gotteshaus eingefunden. Als Geschichtsliebhaber hatte Andreas Schwohnke in den vergangenen Monaten alte Chroniken überarbeitet und war dabei auf viel Neues gestoßen. Bei seinen zeitaufwendigen Recherchen hatte er in zahlreichen Archiven gekramt, wobei ihm das bischöfliche Zentralarchiv in Regensburg eine wichtige Quelle war.

Der Historiker begann seinen Vortrag mit der Feststellung, dass die Kirchengeschichte in Reuth eigentlich schon im Jahre 1583 mit der Errichtung einer Schlosskapelle für die Herrschaften und Bewohner der Hofmark Reuth ihre erste urkundliche Erwähnung fand. Diese Hofmarkkapelle musste im Mai 1717 wegen "höchster Notdurft der Baufälligkeit" abgerissen werden.

Nach einigen Herrschaftswechseln auf Schloss Reuth, das bis 1597 von den Trautenbergern beherrscht wurde und der durch Herzog Maximilian von Bayern mit aller Härte erfolgten katholischen Reformierung der Oberpfalz, tauchte 1618 durch Einheirat erstmals das Geschlecht der von Sparneck in Reuth auf. Nach dem Tod des Vaters und eines Bruders übernahm 1715 Johann Christian Ernst von Sparneck, bis dato kaiserlicher Rittmeister, die Herrschaft in Reuth. Zwei Jahre später ließ er die heutige Kirche erbauen, in der sich hinter dem Hochaltar auch sein Grab befinden soll.

In den links und rechts befindlichen Steintafeln gemeißelt, steht: "Er starb in Gott am 9. Mai 1722 zwischen 11 und 12 Uhr zu Mittag!" Die Fertigstellung der Kirche Ende Oktober 1718 und auch der aus Lindenholz geschnitzten und mit Blattgold überzogenen Akanthusaltäre durfte der Gutsherr noch miterleben. Am 20. November 1718, fünf Tage vor dem Patrozinium der heiligen Katharina, erfolgte die Weihe des Gotteshauses.

Andreas Schwohnke gab seiner Zuhörerschaft eine ganze Menge an weiteren zeitgeschichtlichen Informationen und kirchenrechtlichen Beurkundungen. Es ging auch um den Übergang der ursprünglich evangelischen Prägung hin zum Katholizismus und der Ausschmückung des von außen eher einfachen Kirchenbaus.

Der Redner erinnerte gerne an den verstorbenen langjährigen Mesner Ernst Neumann, der als Kenner und Historiker 2005 zur Weihe der neuen Orgel eine Festschrift erarbeitete. In dieser wurde erwähnt, dass Diözesanbischof Buchberger schon 1931 bei einem Besuch die Reuther Kirche als ein "Schmuckkästchen" bezeichnet hat, was später der Regensburger Kunsthistoriker Peter Morsbach mit der Aussage "Eine der außergewöhnlichsten Kirchenausstattungen in der Oberpfalz" noch steigerte. Schwohnke korrigierte auch einige bislang falsch eingeschätzte Aufzeichnung. Er schloss seinen knapp einstündigen, mit größter Aufmerksamkeit verfolgten, Vortrag mit dem lateinischen Wunsch an das Geburtstagskind "Ad multos annos - auf viele Jahre".
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