30.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

15 Wandergesellen bei dreitägigem Metallertreffen in Reuth bei Erbendorf - Danach wieder in ... Stelldichein mit Amboss und Hammer

Heiß her ging es am Festplatz der Reuther Brauerei. 15 Wanderburschen und -frauen trafen sich hier zu ihrem alle zwei Jahre stattfindenden Metallertreffen: sechs Schmiede, zwei Schlosser, vier Schreiner, zwei Goldschmiedinnen und ein Steinbildhauer.

Fünf Ambosse standen den fleißigen Handwerkern bei ihrem Metallertreffen auf dem Reuther Festplatz zur Verfügung. Während des dreitägigen Stelldicheins im Steinwald brannten die Schmiedefeuer, stoben die Funken und glühte das Eisen. Bilder: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Fast unbemerkt von der Bevölkerung campierten sie in einem großen Militärzelt. Organisator des dreitägigen Stelldicheins war "Dean, ein fremder Schmied" - Nachnamen werden nicht genannt auf der Walz. Der Allgäuer, der schon seit zwei Jahren unterwegs ist, wusste einige Geschichten vom Leben und den Regeln der Wandergesellen zu erzählen.

So konnten er und seine Freunde einen Einblick in das Handwerk und seine Zünfte, Zusammenschlüsse von freien Wandergesellen und Gesellenverbindungen gewähren.

Werkzeuge angeliefert

Rigobert Bergler, Chef der Reuther Brauerei, überließ dem Völkchen kostenlos den Festplatz mit Halle, einen Toilettenwagen und das Wasser. Natürlich gab es auch Getränke aus der Brauerei. Fünf Ambosse, zehn Hämmer, Richtplatten und vieles mehr an Gerätschaften stellten die Handwerkskammern Bayreuth und Weiden sowie die Werkzeugfirma Metabo bereit, antransportiert mit Lkws und Autos.

Begeistert zeigten sich alle Teilnehmer auch von der Firma Heinrich Windschiegl aus Neuhaus-Windisch-eschenbach, die neben Material, Schmiede-Essen und das große Zelt zum Übernachten auch noch 300 Kilogramm Steinkohle anfuhr.

Natürlich musste auch für das leibliche Wohl der "Wanderer" gesorgt werden. Von Josef Stangl aus Bernstein, bekannt aus Joe's Wurstladen, kam die leckere Verpflegung. Von Lars, "einem fremden Schlosser" aus Nienburg, kam der Spruch: "Bei dem Leberkäs und der Wurst möchte man am liebsten bleiben." Lars aus der Zunft der Schlosser mit einem goldenen Knopf im Ohr, in dem zwei gekreuzte Schlüssel eingeprägt waren, erzählte jede Menge über sein Handwerk.

Drei Tage brannten die Schmiedefeuer, stoben die Funken, glühte das Eisen und wurden Steine zu Kunstwerken geformt. Während ihres Aufenthaltes in Reuth fertigten sie einige hübsche Gegenstände zum Verkauf an. So etwa einen Feuerkorb, Keile, Figuren und allerlei brauchbare Dinge.

Leider konnten sie keine Damastschmiedearbeiten herstellen, da es dafür während des Tages zu hell war. Müssen die Stähle doch die richtige Temperatur und die dazugehörige Farbe zum Falten, Schmieden und Feuerschweißen haben. Einige schon früher angefertigte Messer, auch sie gehören zur Ausstattung der Gesellen, konnten die wenigen Besucher in Augenschein nehmen und bestaunen. Auch von den Goldschmiedinnen produzierte Artikel waren zu sehen.

Nagel in Baum geschlagen

Am Getränkestand konnten sich die Besucher mit den Gesellinnen und Gesellen ausführlich über Eigen- und Besonderheiten ihres Handwerk unterhalten. Auch einige Anekdoten aus ihren Wanderzeiten weckten bei dem einen oder anderen Interesse. Am Abreisetag musste alles auf- und weggeräumt werden. Zum Abschied schlug noch jeder Handwerker einen selbst angefertigten Nagel in den Nagelbaum vor Bernds Haus als Zeichen seines Dankes für die freundliche Aufnahme.

Nach einem Abschiedsfest sagten sie einander Lebwohl und jeder ging wieder seiner Wege.

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