16.01.2018 - 20:00 Uhr
RiedenOberpfalz

Beim Bärenwirt in Rieden lebt alte Tradition wieder auf Wurschtsuppe wie für "Noudige"

"Ich bin so schön, ich bin so froh, ich bin der Anton aus Gailoh", singt der Reindl Toni und zieht mit seiner Steirischen zum "Wurschtsuppnfoahrn" beim Bärenwirt mit vier weiteren Musikanten voran. Der Zapf Richard folgt ihm mit seiner Ziach, "sei Bou, der Wastl" bearbeitet die kleine Trommel, der Pilhofer Ernst und der Lochner Walter setzen mit ihren Ziehharmonikas eins drauf.

Zur Einstimmung gibt es eine schmackhafte, "ganz ordinäre Wurschtsuppn".
von Hubert SöllnerProfil

Zünftig spielten sie auf: Zwiefache, Bairische, Polka, Walzer und Landler. Es ist schon eine Faschingsveranstaltung der besonderen Art, die seit über 25 Jahren in Rieden eine alte Tradition wiederaufleben lässt.

"Guten Abend liebe Leit, wir kumma aus der Fern, mir ham g'hört, dass g'schlacht is worn, beim Bärn" psalmodierte Erhard Richthammer mit der Kraxn auf dem Buckl. Und er versprach: "Ihr wollt heut' an netten Abend erleb'n - wir wollen unser Bestes geb'n." Und er fuhr fort: "Da geht's heit auf, da wird's ganz toll - da hau'n wir uns heit d' Wampen voll. An Schedern Fleisch und a Schüssel voll Wurscht dazua a paar Mass Bier für unsern Durscht." Alles war halt so wie früher, wenn zur Hauschlachtung beim Bauern ab und zu, manchmal auch verkleidet, die "Wurschtsuppnfahrer" begleitet von einem Quetschnspieler kamen und mit lustigen Reimen um eine Suppe bettelten. Und wenn einmal der Wursterer nicht aufgepasst hatte und einige seiner Werke platzten, war die Wurstsuppe erst "so richtig guat".

Ein Stückerl Kesselfleisch mit Sauerkraut oder eine Blut- und Leberwurst dazu, das war in schlechten Zeiten für die "Noudig'n" ein Fest. Bevor es aber beim Bärenwirt an die Fleischtöpfe ging, mussten sich die Gäste von Erhard Richthammer noch einiges gefallen lassen. So mussten sich Gäste aus Theuern anhören, "Vo Theuern kumma a vafressne Leit - ja Theuern, des is vo Rieden gar niat weit. Die hom grouße Beich und grouße Krogn, die kinna viel essen und des auch vertrogn."

Über eine Gruppe aus Weiden wusste der Bärenwirt: "Man kennt sie guat im Wirtshaus zum Bärn, man sagt, vom Presssack könnt'n die sich ernährn." Zur Einstimmung gab es, nachdem über alle hergezogen war, eine schmackhafte, "ganz ordinäre Wurschtsuppn". Richthammer forderte auch alle auf: "Haut' eich nur voll und lasst's es eich schmecka, dann kinnt's eich wieda d' Goschn ablecka." Das ließ sich keiner zweimal sagen, denn Jung-Chefin Susanne und die Bärenwirts-Hildegard trugen auf, was sie in ihrer Kuchl aus der Sau gezaubert hatten: würziges Surfleisch, Kesselfleisch, knusprige Ripperl, Schweinebraten, Schnitzel, schmackhafte Fleischpflanzerl, saure und gebratene Würstl, Leber- und Blutwürste. Dazu gab es Bratkartoffeln, Kartoffelstampf und Sauerkraut. "G'schmeckt hat's - guat war's", waren sich alle nach Durchprobieren und auch Nachfassen einig.

Ein Schnapserl zur Verdauung und später noch "das Kalte von der Sau": Presssack-, Schmalz- und Streichwurstbrot. Eine reichhaltige Tombola rundete den Abend ab. Die fünf Musikanten aber spielten weiter zünftig auf und sorgten für gute Stimmung.

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