Bierkult(our)-Tag mit viel Info und Bierquiz
Burgfrauen und fidele Zecher

2. Bürgermeister Josef Weinfurtner übergab mit dem Boss der Tauziehfreunde, Thomas Schmucker, die Preise an die Gewinner des Bierquiz', Manuela Schmucker, Bastian und Sabrina Fleischmann, Andreas Rappl und Daniel Kölbl (von links). Bild: sön
Freizeit
Rieden
21.04.2017
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Fidele Zechbrüder gab es einst in Rieden viele. Aber auch reichlich Wirtshäuser. Bei einem Blick in die Geschichtsbücher ist gar von 14 solcher gastlichen Stätten die Rede.

(sön) "Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Markt Rieden rund 800 Einwohner zählte, gab es im Ort 14 Wirtshäuser", erfuhren bei einem Bierkul(tour)-Tag Mitglieder der Riedener Tauziehfreunde, denen sich die Vilstalschnupfer angeschlossen hatten, von Ortsheimatpfleger Hubert Haas. Von der gegenüber der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt liegenden Gaststätte Zur Krone erzählte er vom Nachtwächter, dem mittags an seinem Fensterplatz nach mehreren geleerten Maßkrügen die Burgfrau "in ein langes hellblaues Gewand gekleidet" erschienen sein soll.

Bis zum hellen Tag

Beim ehemaligen Gasthaus Rößlwirt in der Hirschwalder Straße hörten die Teilnehmer, dass sich im Dezember 1856 Pfarrer Riedl beim Landgericht Amberg beschwert habe über Vorfälle, "als ein halbes Dutzend bis 4 Uhr früh zusammensaß ... und in einem weiteren Zechhause Fortsetzung bis zum hellen Tage hielten". Als einmal wieder gegen ein Uhr früh Jubel und Geschrei aus dem Hause des Rößlwirts geklungen sei, wollte er mit Gendarm Bicherl für Ruhe und Ordnung sorgen. Dort aber mussten sie feststellen, "dass auch Polizeidiener Rogenhofer selbst einer der fidelen Zechbrüder war und die anderen Gäste eigenmächtig von der Polizeistunde abgehalten hat".

Beim ehemaligen Brauhaus in der Hirschwalder Straße erzählte Haas die Geschichte von Männern, die dort während eines Krieges ihre Frauen versteckten, und von einem rabiaten weiblichen Wesen: "Die alte Melberin hat mit einer Axt einem Soldaten beim Betreten des Brauhauses den Kopf abgehauen." Beim Löwenwirt berichtete Haas aus einer Anzeige von Pfarrer Riedel von 1857, wonach "dort am Aschermittwoch sowohl am Vor- als auch am Nachmittag Harmoniemusik aufgespielt wurde". In der Reitergasse ging es in einen einstigen Bierkeller, in dem bis vor einigen Jahren noch Kartoffeln und Futterrüben gelagert wurden.

Weiter ging es dann zum Bärenwirt, wo auf den Genuss bieriger Speisen eine umfangreiche Bierprobe mit anschließendem Bierquiz folgte. Dieser Landgasthof, so Wirt Erhard Richthammer, bestehe nachweislich seit 1750. In den Matrikelbüchern der Pfarrei Rieden wurde 1770 auf dem Anwesen ein Georg Ernst als Gastwirt eingetragen. 1897 habe Barbara Platzer den Landwirtssohn Erhard Richthammer geheiratet. Sie betrieben das Tafernwirtshaus bis zur Übergabe an ihren 1906 geborener Sohn Richard im Jahre 1946.

In vierter Generation

Er selbst habe 1972, so Erhard Richthammer, das Gasthaus übernommen, 1985 seine Frau Hildegard geehelicht. Nach der Übernahme durch die zur Hotelfachfrau und Köchin ausgebildeten Tochter Susanne werde in vierter Generation die Gaststätte nun als Familienbetrieb geführt.

Beim Bierquiz mit Fragen wie "Wie viele Brauereien hat Amberg?" oder "Was ist die Seele des Bieres?" erreichten Bastian und Sabrina Fleischmann Platz eins, Andreas Rappl, Daniel Kölbl und Manuela Schmucker teilten sich bei gleicher Punktzahl den zweiten Platz. Alle freuten sich über bierige Preise.
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