26.12.2017 - 16:48 Uhr
RiedenOberpfalz

Der Boandlkramer-Blues - eine lustige aber auch ernste, nachdenkliche G’schicht Oana, den as Lebn nimma g’freit

Totenglocken läuten. Ein Trauerzug, voran Pfarrer (Gerhard Fleischmann) und Ministranten, bewegt sich durch den Saal. In der Trauergemeinde flucht der Birnbacher Isidor (Armin Hofrichter) vor sich hin. "Jetzt reiß di amal z'samm", grantelt die Birnbacher Margarete (Marion Fleischmann) ihren Mann an.

von Hubert SöllnerProfil

"Bis auf's Bluat blamiert ma se mit dir. Kannst zumindest bei der Beerdigung von deim letzten Spezi mit deiner Belferei aufhörn", Isidor aber mosert weiter "Ja, dann sog ma amal, mit wem i jetzt no kartln soll." Damit sind wir schon mittendrin im Theaterstück "Boandlkramer-Blues" aus der Feder von Roland Beier.

Bei dessen Premiere zogen die Akteure der Goaslandler alle Register ihres Könnens. Regisseur Gerhard Schnabel hatte bei seiner Einführung von einer lustigen und durchaus ernsten, nachdenklichen G'schicht gesprochen, "vo oan, den 's Leben nimma g'freit". Der sich wünscht, dass der Boandlkramer ihn hole. Auf der in Friedhof und Birnbacher-Kuchl geteilten Bühne spielte sich das Geschehen ab, unterstützt durch Lichteffekte.

Mit dabei ist auch Live-Musik, mit dem Boandlkramer-Blues von Werner Meiler und Phillip Haas. Nun aber weiter zum Stück: Margarete und Isidor streiten nach der Beerdigung weiter, der Pfarrer holt die Streithansl, hält gleich die Trauerrede zum Publikum - "schee, dass so zahlreich zum Abschied vom Sepp kumma seids, a wenn er scho a arger Biffe hod sei kinna".

Am nächsten Tag in der Kuchl bei den Birnbachers: Der Isidor mag kein Marmeladbrot, keinen Kaffee. Seine Margarete sorgt sich, holt den Pfarrer. Isidor will ohne Freunde nicht mehr leben und der Pfarrer schwärmt ihm - nichtsahnend - vom schönen Himmel vor und meint "bist jeden Sunndoch in da Kirch, zur Beicht gehst ja a. Schaut net schlecht aus, dass'd aufe kimmst".

Dann sitzt der Isidor über einem Kreuzworträtsel und Margarete ertränkt ihren Kummer in Kirschgeist. Über den Friedhof betritt der Boandlkramer (Hans Hofrichter) mit Sense und Kraxn die Szene. Auch der Boandlkramer steht auf Kirschgeist - "denn "oana geht ollawei" - und trinkt gleich aus der Flasche. Er kann aber nicht verstehen, dass der Isidor - "ois is so fad worn, nix gfreit mi mehr, ois lätscht mi nur no o" - sterben will. Im Totenbuch des Boandlkramers aber steht nicht Isidor, sondern Margarete: "Und die himmlische Behörde deischt se nia ned, und wenn doch, dann gibt sie' ned zua, niemals ned."

Der Boandlkramer versieht weiter seinen Dienst, hält Verbindung nach oben mit einem Uralt-Handy - und auf der Bühne geht das Sterben weiter. Isidor als Witwer aber bereitet sich aufs Sterben vor, ist überzeugt "a alt's G'wand tuats im Sarg a". Beim Probeliegen will er es doch weicher und wohliger haben.

Wie das Ganze weitergeht, was noch alles geschieht, ist in den Vorstellungen am Donnerstag/Freitag/Samstag, 28./29./30. Dezember, sowie am Mittwoch, 3. Januar, jeweils um 19 Uhr mitzuverfolgen. Dafür gibt es noch Karten an der Abendkasse. Ausverkauft hingegen ist die Aufführung am Samstag, 6. Januar, um 16 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben, für Jugendliche bis 16 Jahre drei Euro.

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