09.05.2018 - 15:08 Uhr
RiedenOberpfalz

Fischereiverein Rieden eröffnet ersten behindertengerechten Angelplatz In Vilshofen ist Angeln jetzt barrierefrei

Im Blickpunkt

Vorsitzender Dieter Teich zeichnete den Weg zum Angelplatz durch die Instanzen nach: Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt, Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde, Antrag an das Landratsamt/Abteilung Wasserrecht, Unterschrift unter den Gestattungsvertrag und Bauarbeiten.

Viele hätten zum Projekt beigetragen: Wasserwirtschafts- und Flussbauamt (Baumaßnahmen am Gewässer), die Marktgemeinde (Schotter, Maschinen und Bauhofmitarbeiter für die Wegbefestigung), Klaus Schwendner (Spende des Betonpflasters und der Einfassungen), Herbert und Tomas Wischniowski sowie Josef und Marco Fleischmann (Pflasterarbeiten und Geländerbau) sowie Ehrenmitglied Erich Hammer (Brotzeit zur Bauarbeit). Ohne diese Unterstützung wäre es dem Verein nur mit großem finanziellen Aufwand möglich gewesen, den behindertengerechten Angelplatz zu erreichten.

Assistiert vom Vorsitzenden und den Ehrenmitgliedern Erich Hammer und Leo Pongratz durchschnitt Bürgermeister Erwin Geitner das rote Band zur Eröffnung der Anlage: Die erste ihrer Art im Landkreis Amberg-Sulzbach. (sön)

Da ist dem Riedener Fischereiverein ein Coup gelungen. Hans-Hermann Lier, Präsidiumsmitglied im Fischereiverband Oberpfalz, kennt jedenfalls "keinen Verein, der einen behindertengerechten Angelplatz bieten kann". In Vilshofen gibt es nun einen.

Der behindertengerechte Angelplatz an der Vils in Verlängerung der Schwandorfer Straße. Bilder: sön (2)
von Hubert SöllnerProfil

Vilshofen. Für Bürgermeister Erwin Geitner hat der Riedener Fischereiverein mit der Eröffnung des Angelplatzes "einen Meilenstein zum Thema Inklusion gesetzt." Mit wuchtigen Quadern an die Vils gesetzt, sauber gepflastert und mit einem Geländer gesichert, ist die behindertengerechte Fläche in der Verlängerung der Schwandorfer Straße über einen Schotterweg erreichbar.

Dieter Teich, Vorsitzender des Fischereivereins 1971 Rieden, blickte zurück: "Die Idee dazu wurde geboren als wir am 6. April 2015 unserem Mitglied August Eichenseer zum 75. Geburtstag gratulierten." Eichenseer ist behindert und beklagte damals, dass er gerne zum Angeln gehen würde - aber aufgrund seines Handicaps keine geeignete Stelle an der Vils erreichen könne. Daraufhin diskutierte der Vorstand über einen barrierefreien Zugang zum Fluss: Schnell wurde den Verantwortlichen klar, dass der Fischereiverein damit ein Alleinstellungsmerkmal schaffen könnte. Auch für den Tourismus sei das ein interessanter Aspekt, fügte Teich hinzu.

Da der Verein keine eigenen Gewässer besitzt, fiel die Wahl auf den von der Marktgemeinde Rieden gepachteten Gewässerabschnitt, der kurz vor der Brücke in Vilshofen endet. Ehrenmitglied Erich Hammer schlug den Standort vor. Dieser bietet laut Teich "zum Angeln beste Voraussetzungen" und sei leicht erreichbar. Ernüchternd sei die Auslotung von Fördermöglichkeiten gewesen: Die Idee wurde gelobt, aber Zuschüsse - außer von der Marktgemeinde Rieden - gab es keine. Dafür einstimmige Zustimmung der Mitglieder Ende Januar 2016.

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