Seit vielen Jahren machen die wilden Weiber Geschäfte, Banken und Wirtshäuser unsicher
Vilshofener Hexen stürmen das Rathaus

Von Oberhex’ Irene Schönberger bekam Bürgermeister Erwin Geitner als Jubiläumsgeschenk einen „Brezen-Zehner“ und eine alkoholische Halskette überreicht.
Freizeit
Rieden
12.02.2018
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Vilshofen/Rieden. "Oh, wie sind wir schön. Schöner noch als schön" spielte die Weinfurtner Theresa auf ihrer Quetschn und die Vilshofener Hexen stürmten singend und Besen schwingend am Rosenmontag das Rathaus. Schon vorher hatten sie die Gemeinde unsicher gemacht. So stand Blumen-Deml auf dem Fahrplan und danach der Hirschenwirt - dort wurde kräftig g'schnapselt. Zum Dank sangen die wilden Weiber "Komm,. hol den Besen raus" und "Schiefe Absätz' und in jedem Strumpf a Loch".

Nach Zahnarzt Dr. Matthias Küss war die Marktapotheke an der Reihe, danach Sparkasse, Raiffeisenbank, Metzgerei Greß und Ernst Dotzauer. Schließlich ging's ab ins Rathaus. Bürgermeister Erwin Geitner empfing gemeinsam mit 2. Bürgermeister Josef Weinfurtner und Marktgemeinderat Andreas Weinfurtner die "Weiber aus Vilshofen". Sekt, Bier, Orangensaft, Butterbrezen, Fisch- und Lachssemmel standen parat. Die Theresa spielte auf, die Hexen sangen und schunkelten. Und Geitner sagte: "Seid heute bei mir zu Gast, es ist mir Freude, keine Last". Namens des Marktgemeindrats überreichte er einen Fuffzger als Spende. Oberhex' Irene Schönberger freute sich, und die Weiberschar sang "Dem Spender sei ein Trulala".

Da die Vilshofener Hexen in dieser Formation mit Schönberger als Chefin seit zehn Jahren auf Tour sind, hatten sie für den Bürgermeister ein Geschenk mitgebracht: eine große "10" aus Brezenteig und eine Halskette aus kleinen Schnapsflaschen. In der Familie der Oberhex' hat das Hexenwesen Tradition: Vorgängerin war ihre Mutter Zenta Söllner, ihre Tochter Kerstin ist seit Jahren mit von der Partie und als junge Nachwuchshexen flogen am Montag ihre Enkel Johanna und Stephan mit durch die Gemeinde.

Weiter ging's durch Riedener Wirtshäuser und Geschäfte. Dass am Ende noch in Vilshofen "as ganze Dorf abgrast" und auch Pilsheim heimgesucht wurde, hat seit Jahrzehnten Tradition. Der gesammelte oder gespendete Geldbetrag, so Oberhex' Schönberger, werde für gemeinnützige Zwecke gespendet.
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