03.04.2018 - 20:00 Uhr
RiedenOberpfalz

Sitzung des Marktgemeinderats Rieden Ex-Kongo-Bar Fall für Abrissbirne

Die Zeiten des Musiktempels sind längst vorüber. Das Gebäude steht seit Längerem leer: Die Kongo-Bar, zuletzt Musikcafé Rockhaus, verschwindet aus dem Ortsbild.

Ein Bild, das bald der Vergangenheit sein: Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Abbruch der ehemaligen Kongo-Bar - oder auch Stelzer-Keller - zu. Bild: sam
von Autor SAMProfil

Verschiedene private Baumaßnahmen waren in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung auf der Tagesordnung. Durch die Verwaltung im Genehmigungsfreistellungsverfahren behandelt werden konnte jedoch der Bauantrag von Steffen und Annette Genrich für (Neubau Einfamilienhaus, Ledereracker, Parzelle 11). Damit befindet sich bereits das dritte Grundstück im Neubaugebiet in Arbeit. Weitere drei genehmigte Bauanträge für das insgesamt 24 Parzellen große Gebiet liegen vor. Insgesamt wurden hieraus bereits 16 Parzellen veräußert, acht sind noch zu haben. Informationen zum Bebauungsplan oder zu den freien Grundstücken sind auf der gemeindlichen Internetseite oder bei Geschäftsleiterin Sabine Müller (09624/92 02-18) ersichtlich.

Gemeindliches Einvernehmen gab es zum Bauantrag von Tanja Hollweck zum Abbruch des Anwesens Hirschwalder Straße 18. Dort sollen eine Lagerhalle mit Garagen sowie ein Bürogebäudes der Firma Haustechnik Hollweck Platz finden. Bei Fertigstellung soll das bisher auch gewerblich genutzte Grundstück im Dahlienweg für die Firmenzwecke mehr in die Ortsmitte verlagert werden. Mit dem Abbruch des Anwesens Hirschwalder Straße 18 a verschwindet die einst als Musikkneipe und Bar bekannte ehemalige Kongo-Bar, zuletzt Musikcafé Rockhaus, aus dem Ortsbereich von Rieden. Das ehemalige Lokal war seit Jahren leer gestanden und ungenutzt geblieben.

Auch dem Antrag von Mariano Pellecchia zum geplanten Umbau und zur Aufstockung des bestehenden Wohnhauses sowie Neubau einer Doppelgarage auf dem Grundstück Beethovenstraße 5 stand nichts entgegen. Auch hier soll der bisherige Gebäudebestand teilweise abgebrochen werden und ein neues Wohnhaus in Flachdachbauweise entstehen. Die Umgebungsbebauung in diesem Gebietsbereich ermöglicht diese Dachform, da keine Vorschriften entgegenstehen.

Keine Einwände

Für den derzeit entstehenden Schafstall bei Siegenhofen hatte Rainer Schmalzbauer einen Tekturplan eingereicht. In die Halle soll nun ein Lichtfirst eingebaut und die Traufhöhe verringert werden. Da es sich hier um eine Reduzierung der bereits genehmigten Gebäudehöhen handelt, wurden keine Einwände zur Tektur erhoben.

Für die Annahme einer Spende im Haushaltsjahr 2017 in Höhe von 1000 Euro wurde ein förmlicher Beschluss durch das Gremium gefasst. Die Spende wurde zweckgebunden für die Sanierung der Christusfigur in der Schlossbergkapelle dem gemeindlichen Haushalt zugeführt. Der Spender möchte anonym bleiben. Zudem wurde die Jahresrechnung 2017 vorgelegt. Diese schließt im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 4 761 300 Euro, im Vermögensetat mit 2 322 194 Euro. Der Gesamthaushalt der Jahresrechnung 2017 ergibt ein Volumen von 7 083 494 Euro. Darin enthalten ist eine Zuführung zum Vermögenshaushalt mit 771 089 Euro sowie ein Überschuss von 976 649 Euro.

Als Schöffen bewerben

Die Verwaltung gibt schließlich bekannt, dass heuer für die Geschäftsjahre 2019 bis 2023 die Wahl der Schöffen stattfindet. Schöffen sind ehrenamtliche Richter am Amtsgericht und bei den Strafkammern des Landgerichts. Rieden kann mindestens drei Bewerber melden. Interessierte können sich selbst für das Amt oder andere geeignete Kandidaten vorschlagen. Schriftliche Bewerbungen noch bis Mitte April im Rathaus (Zimmer 03, Geschäftsleiterin Sabine Müller), einzureichen.

Zur Strombeschaffung

Auch für die Jahre 2020 bis 2022 beteiligte sich der Markt Rieden an der bayernweiten Bündelausschreibung zur Strombeschaffung für kommunale Liegenschaften. Der Dienstleistungspreis für den Markt nebst Schulverband und Abwasserzweckverband beläuft sich für die Ausschreibung auf rund 1785 Euro. Einigkeit herrschte im Gremium darüber, die Aufgabe der Ausschreibung von Lieferleistungen für elektrische Energie über einen vom Bayerischen Gemeindetag verhandelten Dienstleistungsvertrag mit der KUBUS-Kommunalberatung und Service GmbH laufen zu lassen. Deshalb sei bereits heute die Entscheidung zu fällen, ob Normal- oder Ökostrom, mit oder ohne Neuanlagenquote, geliefert werden soll.

Diese Entscheidung gelte dann für drei Jahre und kann während dieser Laufzeit nicht mehr umgewandelt werden. Unter Berücksichtigung der Anlagen des Marktes Rieden, des Schulverbands sowie des Abwasserzweckverbands mit einem derzeitigen Verbrauch von 533 000 kWh würde beispielsweise der Ökostrom ohne Neuanlagenquote jährlich etwa 1600 Euro teuerer sein. 100 Prozent Ökostrom habe zur Voraussetzung, dass die elektrische Energie nachweislich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen müsse, erzeugt in Anlagen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen. So sprach sich der Marktgemeinderat einvernehmlich für Normalstrom aus, zumal auch hier ein nicht definierbarer Anteil an Ökostrom enthalten sei. Die Kosteneinsparung sollte dann in der Gemeinde für weitere Energieeinsparungen verwendet werden. Grundsätzlich sollte es ferner Ziel sein, den Energieverbrauch tatsächlich zu reduzieren. Die jüngste Umrüstung der Straßenbeleuchtung sowie der Beleuchtung in Grundschule und Rathaus auf LED sei ein wesentlicher Schritt in diese Richtung gewesen. So wurde beispielsweise durch die Umrüstung der Straßenlaternen auf LED-Beleuchtung 120 600 kW/h Strom eingespart, so Bürgermeister Erwin Geitner. (sam)

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