20.10.2017 - 16:44 Uhr
RiedenOberpfalz

Energieberater informieren Leben ohne Barrieren

"Man sollte nicht erst im Härtefall umbauen. Aber wer denkt schon vorher daran?" Energieberater Benjamin Standecker brachte das Problem auf den Punkt. Das "Vorher" bezog sich auf Standeckers Thema "Barrierefreies Wohnen, altersgerechtes Umbauen".

Über alters- und behindertengerechtes Sanieren von Wohnungen informierte Energieberater Benjamin Standecker. Bilder: sön (2)
von Hubert SöllnerProfil

Seniorenbeauftragte Marga Kraus hatte dazu in Kooperation mit dem Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) und dem Seniorenmosaik im Naturpark Hirschwald ins Rathaus eingeladen. Auch der Sicherheitsaspekt müsse beim altersgerechten und barrierefreien Renovieren mit einbezogen werde. "Denn zu Hause soll man sich sicher fühlen", führte Standecker aus. Mit seinem Vortrag ging er ins Detail, sagte klar: "Nicht jede Wohnung kann oder muss nach dem gleichen Schema saniert werden".

Wichtig sei es, die Grundsätze einer altersgerechten Wohnung zu beachten. Dazu zählen Flurbreite, Bewegungsflächen und Unterfahrbarkeit von Arbeitsflächen für Rollstuhlfahrer, Handläufe beidseitig bei Treppen, Badeinrichtung und Bedienbarkeit von Armaturen oder Steckdosen. Der Energiefachmann ging in der Diskussion weiter ins Detail, gab ausführliche Informationen zu Sicherheitsvorkehrungen vor Einbruch und zur Förderung.

"Um einkommensschwachen Haushalten beim Stromsparen zu helfen und gleichzeitig das Klima zu schützen, startete 2008 das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit das Projekt ,Stromspar-Check für einkommensschwache Haushalte'", führte ZEN-Projektleiter Karl-Heinz Hofbauer in den zweiten Teil der Veranstaltung ein. Das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) habe von der Caritas die Leitung des Projekts für den Landkreis Amberg-Sulzbach übernommen. Inzwischen betreue das ZEN auch die Stadt Amberg sowie den Landkreis Schwandorf.

Die Stromsparhelfer, ehemalige von der Agentur für Arbeit vermittelte Langzeitarbeitslose, seien für Beratung und Direktinstallation ausgebildet. Mit der Aktion, so Hofbauer, werden Haushalte, die entweder Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen, angesprochen. In der Regel beginne die Beratung mit einem Blick auf die Strom-, Heizenergie- und Wasserabrechnungen des Haushalts. Nach Bestandsaufnahme der wichtigsten elektrischen Geräte und deren Verbrauchswerte könne oft mit einfachen Mitteln der Verbrauch gesenkt werden.

Auf Basis der Daten werde ein individuelles Stromspar-Paket im Wert von durchschnittlich 70 Euro installiert. "Dieses kann neben Energiesparlampen auch schaltbare Zwischensteckdosen, Standby-Abschalter oder Thermostopps, aber auch neue Duschköpfe enthalten", so Hofbauer zum Abschluss.

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