Landschaftspflege am Riedener Schloßberg
Hinschauen reicht nicht

Richard Lehmeier, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Amberg-Sulzbach, Bürgermeister Erwin Geitner, Georg Lautenschlager und Rainold Erras (von rechts) stimmten bei einem Ortstermin die Pflegemaßnahmen am Riedener Schloßberg ab. Bild: sam
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Rieden
30.12.2016
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Er ist Lebensraum extrem seltener und stark gefährdeter Pflanzen und Tiere: Kein Wunder also, dass die Landschaftspflege ein besonderes Auge auf den Riedener Schloßberg legt. Hinschauen alleine reicht aber nicht.

Obwohl das Gelände von einer Wanderschafherde, zu der auch Ziegen gehören, beweidet wird, bilden die Schlehen Ausläufer: Diese wachsen in die Weideflächen hinein. Damit werden die wertvollen Magerrasenflächen unübersichtlicher und die Beweidung damit immer uneffektiver.

Am Hangfuß entlang der Straße und in den Absätzen der kleinen Steinbrüche haben sich mittlerweile Salweiden, Feldahorn und Eschen angesiedelt. Ihre Schatten sorgen für ein feuchteres Kleinklima. Das erleichtert der Schlehe die Besiedelung der Trockenrasen-Standorte.

Schlehen müssen weg

Aus diesem Grund organisierte der Markt Rieden über den Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Amberg-Sulzbach, Richard Lehmeier, in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Amberg-Sulzbach derzeit die Landschaftspflege eines Abschnitts oberhalb der Gärtnerei, im Zufahrtsbereich zu Hirschwald. Weil das Gelände hier extrem steil ist, wurde aus dem Schlehenmaterial ein Wall am Fuß des Hangs gebildet, der zum Teil als Schutz vor Steinschlag liegen bleibt.

Schlehen wurden aus den Kalktrockenrasenbereichen entfernt oder zurückgedrängt. Vor allem aber wurden junge Eschen, Weiden und Feldahorne, besonders um die Felsen und in den ehemaligen Steinbruchbereichen, zurückgenommen. Unbedingt erhalten werden sollten dagegen die alten Obstbäume sowie alte Pfaffenhütchen- und Kreuzdorn-Exemplare.

Der vordere Abschnitt um den Bereich des Fahnerl- und Kopffelsens wird im nächsten Jahr angegangen. Ebenso sind bereits weitere Maßnahmen in Vilshofen um den Bereich des Hirtbergs im Gang.

Besonders wertvollDer Schloßberg bildet die südwestliche Fortsetzung des Palkeringer Trockentales: Damit ist er umwelt- und landschaftsplanerisch, aber auch ökologisch und geologisch besonders wertvoll.

Charakteristisch und prägend für die Landschaft in dem Tal ist das Nebeneinander von Gebüschen, markanten Felsen, Schotterfluren sowie Halbtrocken- bis Trockenrasen.

Das Arten- und Biotopschutzprogramm, das Handlungsprogramm für den Naturschutz des Landkreises, stuft den Schloßberg als überregional bedeutsam ein: Hier leben extrem seltene, teilweise auch bedrohte Pflanzen und Tiere. Dazu gehören der gefährdete Berg-Steppenfenchel, der Traubengamander oder die Schlingnatter. (sam)
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