13.03.2018 - 20:00 Uhr
Rieden

SPD-Gemeinderäte des unteren Vilstals diskutierten Masterplan Bayern Digital II Forderung: IT-Betreuer für Schulen

Ensdorf. Masterplan Bayern Digital II nennt sich das Vorhaben der Bayerischen Kultusministeriums, um an Bayerns Schulen eine Digitalisierungsoffensive zu starten. Im Gespräch mit der Rektorin der Mittelschule, Helga Gradl, informierten sich SPD-Gemeinderäte und Vorstandsmitglieder aus Ensdorf, Rieden und Schmidmühlen über die Strategie, "mit der", so Ensdorfs SPD-Vorsitzender Hans Ram, "die Bayerische Staatsregierung den Freistaat zu einer Leitregion für den digitalen Aufbruch machen will". Das Gespräch solle auch zur Vorbereitung für die Arbeit in den Gemeinde-Gremien dienen.

Nach der Führung mit Rektorin Helga Gradl (Mitte) durch die Schule stellt Fachlehrerin Anita Hirsch (Fünfte von rechts) den Masterplan Bayern Digital II vor. Interessiert zeigen sich die Teilnehmer um SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagskandidat Uwe Bergmann und Ensdorfs SPD-Vorsitzenden Hans Ram (vorne, von rechts). Bild: sön
von Hubert SöllnerProfil

Nach einem Rundgang durch das Schulgebäude stellte im Computerraum Fachlehrerin Anita Hirsch den Masterplan Bayern Digital II vor. Mit ihm sollen neue Maßstäbe für die digitale Bildung gesetzt, Medien und Werkzeuge selbstverständliche Bestandteile des Unterrichts werden. Erstmals werde der Freistaat dafür bei einem mehrjährigen Förderprogramm den Kommunen feste Zuschüsse zum Sachaufwand zur Verfügung stellen, so Hirsch. Die Schulen seien nun angewiesen, einen Medien- und Kostenplan zu erstellen. Mit den Worten "Es wird nicht einfach werden" stieg Rektorin Helga Gradl in die Diskussion ein und gab zu bedenken "unsere Rechner sind sieben Jahre alt. Die Geräte sind auch schnell überholt."

Neben der Anschaffung sei auch noch Wartung und Pflege zum Umfang der Investition dazu zu rechnen. Für die Übergangszeit wäre nach ihrer Meinung die Lösung, mit den Smartphones der Schüler zu beginnen "und wir brauchen W-LAN." Der Umgang mit digitalen Medien, betonte die Rektorin, komme als vierte Kulturtechnik zu Schreiben, Rechnen und Lesen hinzu. "Aber die Schüler sollen auch noch ein Buch in die Hand nehmen."

Die Schullandschaft werde sich gewaltig verändern, gab sich SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat Uwe Bergmann überzeugt. "Aber das Problem ist bei den Gemeinden und in der Bevölkerung noch nicht angekommen." Er sehe ein Personalproblem bei der IT-Betreuung und auch bei der Breitbandversorgung. "Oft kommt die Staatsregierung mit heißer Luft und die Kommunen müssen es bezahlen", wies er auf die laufenden Kosten und die Personalfrage hin. Betonte jedoch: "Der Einstieg in Digital II muss kommen, er ist notwendig."

Ein Medienkonzept der Schule sei Voraussetzung für die Förderung und auch die Lehrer müssten für Digital II aufgeschlossen sein, so Helga Gradl. Sie erachtete ein durchgehendes Medienkonzept der Schulen für notwendig. Die Rektorin stellte im Anschluss ein von den Kindern der Mittelschule erstelltes Projekt mit Internet-Einsatz vor.

Als schwierig sahen alle Diskussionsteilnehmer an , einen hauptamtlichen IT-Betreuer anzustellen. Hier riet Hans Eichenseer, Gemeinderat in Ensdorf, eine Fachkraft für die Schulen im Unteren Vilstal zu installieren. Hans Ram verwies dabei auch auf das in Bayern verankerte Konnexitätsprinzip: "Wer anschafft, muss auch zahlen."

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