09.03.2018 - 19:46 Uhr
Roding im Landkreis Cham

Lokführer verhindert Schlimmeres bei Roding Oberpfalzbahn gerät in Brand

Der Geistesgegenwart des Lokführers und der schnellen Mithilfe eines Schaffners ist es wohl zu verdanken, dass es beim Zugbrand eines Triebwagens der Oberpfalzbahn am Freitagnachmittag nicht mehr Verletzte gegeben hat.

Als die Einsatzkräfte am Ort nahe dem Bahnhof in Roding eintrafen, hatte der Lokführer den Brand bereits gelöscht. Bild: Harald Hofinger
von Externer BeitragProfil

Von Harald Hofinger

Nachdem ein automatischer Stopp ausgelöst wurde und der 46-jährige Lokführer Rauchschwaden aus dem Motorraum wahrgenommen hatte, setzte er sofort einen Notruf ab. Dann half er den Fahrgästen, den Zug zu verlassen. Mit zwei Feuerlöschern ausgerüstet, hielt er auf die Flammen, die bereits aus dem Motor schlugen, und löschte den Brand. Insgesamt befanden sich 32 Personen inklusive Schaffner im Triebwagen. Es gab eine leichtverletzte Person. Einige der Fahrgäste atmeten ein wenig Rauch ein. Die anderen blieben unverletzt.

Der Zug war von Schwandorf kommend in Richtung Furth im Wald unterwegs. Gegen 15.45 Uhr fiel dem Lokführer auf - der Triebwagen befand sich gerade kurz vor dem Industriegebiet am Rodinger Bahnhof -, dass die Temperatur des Motors nach oben ging. Gleichzeitig drang Qualm aus dem hinteren Bereich, der Zug stoppte.

Strecke gesperrt

Der Lokführer informierte die Fahrdienstleitung über den Vorfall. Die Strecke wurde daraufhin für den weiteren Zugverkehr gesperrt. Der 46-Jährige öffnete sofort die Türen und brachte die Fahrgäste nach draußen in Sicherheit. Nachdem die Motorabdeckungen geöffnet waren, versuchte der Lokführer, das Feuer im Inneren zu löschen. Was ihm nach einiger Zeit auch gelang. Die Fahrgäste gingen, begleitet vom Schaffner, neben dem Gleis entlang. Ein Mann stürzte im Bereich des Gleisbettes und zog sich Prellungen zu. Er wurde vom Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes ins Krankenhaus Cham gebracht.

Großeinsatz vor Ort

Der anderen Personen nahm sich das Technische Hilfswerk an, dessen Unterkunft sich in der Nähe des Unfallortes befindet. Dort warteten die Leute, bis sie mit BRK-Fahrzeugen abgeholt und nach Cham beziehungsweise Furth im Wald gebracht wurden. Für die Feuerwehren und Rettungsdienste bedeutete dieser Vorfall einen Großeinsatz. Alarmiert wurden die Wehren aus Cham, Roding, Katzbach bei Loibling, Altenkreith, Pösing, Stamsried, Michelsneukirchen, Walderbach, Strahlfeld und Ziehring. Auch der Katastrophenschutz im Landkreis Cham war an dem Einsatz beteiligt.

Gegen 16.30 Uhr traf der Notfallmanager der Deutschen Bahn ein. Der Experte versuchte, den Zug wieder in Gang zu bringen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, weswegen das Fahrzeug zum Rodinger Bahnhof geschleppt werden musste. Laut Bundespolizei war die Strecke am frühen Abend noch gesperrt. Die Verspätungen würden sich in Grenzen halten, lautete die Auskunft. Auf die Fahrpläne der kommenden Tage hat dieser Vorfall den Angaben nach keine Auswirkungen. Der Schaden am Zug konnte bis zum Freitagabend noch nicht beziffert werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp