Begegnungsabend mit indischem Aushilfsgeistlichen Vater Lindo dauert nur 35 Minuten
Pfarrer aus dem Land der Tiger

Kurz und prägnant stellte Vater Lindo in Filmen und Bildern im Pfarrsaal sein Heimatland Indien vor. Bild: du
Lokales
Schirmitz
28.08.2014
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Der Begegnungsabend mit dem indischen Aushilfsgeistlichen Lindo John Kuttikadan am Dienstag im Pfarrsaal dauerte nur 35 Minuten. Die rund 70 Besucher hatten sich bestimmt auf einen längeren Abend eingestellt. Doch der 36-jährige Priester, der es liebt, wenn ihn die Gläubigen einfach mit "Vater Lindo" ansprechen, informierte prägnant mit zwei kurzen Video-Filmen und einer Bild-Präsentation über seine Heimat.

Pfarrgemeinderatssprecher Ernst Lenk senior freute sich, dass der spontan angesetzte Begegnungsabend mit dem Gast auf großes Interesse gestoßen war. "Dies zeigt, dass der sympathische und bescheidene Priester in der Bevölkerung sehr beliebt ist." Vater Lindo vertritt bereits zum vierten Mal im August Pfarrer Thomas Stohldreier während seines Urlaubs.

17 Millionen Menschen

Der Geistliche wohnt in dieser Zeit bei der Familie Pielmaier im Gladiolenweg. Er stammt aus der indischen Metropole Mumbai, die bis 1996 Bombay hieß. Die Stadt liegt am Arabischen Meer und ist mit nahezu 17 Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten Zentren der Welt. Seit vier Jahren studiert der Theologe in Rom Philosophie.

Der Pfarrer informierte die Besucher eingangs über die wichtigsten Merkmale seines Heimatlandes. Es ging um die Nationalflagge, Lotus als Blume Indiens, den Tiger als Tier des Subkontinents, die Mango als Frucht des Landes sowie Reis als Hauptnahrungsmittel. Hockey hat in seiner Heimat die Bedeutung, die bei uns der Fußball hat.

Die zwei offiziellen Hauptsprachen seien Hindi und Englisch. Daneben gebe es 17 gleichberechtigte Regionalsprachen. Obwohl 81 Prozent der Menschen Hindus seien, habe Indien mit rund 120 Millionen Gläubigen auch eine der weltgrößten Muslimgemeinschaften. Zu den verschiedenen Religionen im Lande gehörten außerdem mehr als 20 Millionen Christen und rund zehn Millionen Sikhs, hinzu kämen noch Buddhisten, Dschainas und Parsen.

In kurzen Video-Filmen zeigte Vater Lindo farbenprächtige Tempel-, Hindu- und Pfarreifeste. "Dort geht es wesentlich lebhafter zu als im beschaulichen Schirmitz", merkte der Aushilfspfarrer humorvoll an. Auch das Leben in der zuletzt von ihm betreuten Pfarrei Kerala stellte er vor.

Eindrucksvolle Bilder veranschaulichten außerdem den Alltag auf dem Lande mit Leuten beim Pflügen der Reisfelder und Holzarbeiten, bei denen auch Elefanten mit eingespannt werden. Indien sei auch als wichtigster Lieferant vieler Gewürze bekannt. Nicht zuletzt stellte der Referent im Bild auch Eltern, Schwestern und Neffen sowie die für seine Heimatdiözese zuständigen Bischöfe vor.

Spenden für Studium

Vater Lindo wird die Pfarrei am Montag, 1. September, verlassen. Wer ihn mit einer Spende für sein Studium in Rom unterstützen möchte, kann das Geld bei den Wochenendgottesdiensten in das am Kircheneingang aufgestellte Körbchen legen.
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