20.09.2017 - 20:00 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Parteien im Wettlauf mit Vandalen Wüstlinge und Wahlplakate

Dem einen wachsen Katzenöhrchen, dem anderen stehen über Nacht die Haare zu Berge: Wahlweise verschandeln Vandalen Plakate der Parteien, die für die Bundestagswahl antreten. So kurz vor dem Wahlsonntag aber verschwinden die Schmierereien mindestens so schnell wieder, wie sie entstanden sind.

... oder Herzen. Bilder: olr (3)
von Redaktion OnetzProfil

Schirmitz/Weiden. Rund 150 verwüstete Wahlplakate zählt Thomas Fritsch, Pressesprecher der Polizei Weiden: "Wegen diesen Vorfällen in der Stadt Weiden und Schirmitz trudeln seit Anfang August immer wieder Anzeigen von verschiedenen Parteien bei uns ein."

Da macht es keinen großen Unterschied, was genau mit dem Plakat letztendlich passiert ist: Von beschriftet, ein- oder abgerissen, be- oder überklebt bis vollkommen zerstört. "Das ist alles Sachbeschädigung. Jeder sollte im Hinterkopf haben, dass auch schon versuchte Sachbeschädigung strafbar ist", ermahnt Fritsch. Einen Sachbeschädiger erwarten bis zu zwei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe.

Die Parteien geben deshalb mit besonderer Sorgfalt auf ihre Aushänge acht. Bis zu 300 Stück pro Partei wären im Weidener Stadtgebiet übrigens erlaubt - nicht wenig also. Besonders für die beiden großen Parteien gibt es da einiges zu tun. "Sobald wir von einem beschädigten Wahlplakat erfahren, wird das so schnell wie möglich ausgetauscht", sagt Wolfgang Pausch von der CSU Weiden und ergänzt, dass sich seine Partei gerade in dieser letzten Woche vor der Wahl um einen sauberen öffentlichen Auftritt bemühe. Außergewöhnliche Fälle von Randale an CSU-Plakaten sind ihm nicht bekannt: "Wenn ich das richtig verstehe, zielen die Beschädigungen meist nicht auf eine bestimmte Partei ab; man sieht ja immer wieder kaputte oder beschmierte Aushänge diverser politischer Richtungen."

Endspurt ist auch bei der Konkurrenz angesagt: "Jeden zweiten Tag sehen wir nach, ob alle SPD-Plakate noch in Ordnung sind", berichtet Geschäftsführerin Gisela Birner, "und was beschädigt ist, erneuern wir sofort." Sie berichtet von aufmerksamen Bürgern, die sie immer wieder über intakte Aushänge informieren. "Probleme mit Schmierereien hatten wir kaum - und ein paar heruntergerissene Plakate muss wohl jede Partei einkalkulieren."

Es wird sich bis zur letzten Sekunde um die Wahlplakate gesorgt. Doch angekritzelt oder nicht: Eine Woche nach der Bundestagswahl müssen sie wieder weg sein, die Plakate.

Vielfalt an Vandalismus

Als Karl Theodor zu Guttenberg nach Neustadt kam, waren die Plakatankündigungen reihenweise verschandelt. Allerdings sehr subtil. "Dr. Großmaul" stand da etwa in sehr ähnlicher Schrift als "Titel" für den einstigen Doktor. Es geht aber auch offensichtlicher, wie hier bei Albert Rupprecht (links) oder Martin Schulz. Fast schon liebevoll: Herzen für "Mutti" Angela Merkel (rechts).

Egal ob subtil, brachial oder liebevoll: Am Ende droht für jede Art der Selbstverwirklichung auf Plakaten eine Geld- oder Haftstrafe, betont Polizeisprecher Fritsch. (olr)

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