110-Kilovolt-Stromleitung vor der Sanierung
Schirmitz und Weiden hoffen auf Trassenverlegung

Die 110-Kilovolt-Trasse vom Umspannwerk Schirmitz zum Umspannwerk Weiden am Forst verläuft an vielen Stellen direkt über dicht besiedeltem Gebiet. Die Menschen, die im Schatten der Stahlriesen leben, wie hier in Schirmitz, haben sich zwar an deren Anblick gewöhnt, das Unbehagen und die Angst vor Erkrankungen durch elektromagnetische Felder bleibt. Bild: Schönberger
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Schirmitz
09.12.2016
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Eine Hochspannungsleitung überspannt in Schirmitz und in Weiden dicht besiedeltes Gebiet. Die Bayernwerk AG plant die Erneuerung dieser 110-Kilovolt-Trasse vom Umspannwerk Schirmitz nach Weiden Am Forst. Bei den Anliegern könnte nun erneut die Hoffnung aufkeimen, dass die Freileitung verschwindet.

/Weiden. Bayernwerk-Pressesprecher Maximilian Zängl setzt solchen Erwartungen gleich einen Dämpfer auf: "Die Freileitung wird 1:1 auf der Trasse erneuert, auf der sie steht." Dem Bayernwerk als Netzbetreiber bliebe da rechtlich kein Handlungspielraum. Die Aufwendungen für die Sanierung fließen in die Netzentgelte ein und werden von der Allgemeinheit getragen. "Deshalb werden ausschließlich die Kosten für den Ersatzneubau auf der bestehenden Strecke und damit die günstigste Erneuerungsvariante anerkannt." Zängl bedauert: "Uns sind da die Hände gebunden."

Komplizierte Planung

Der Schirmitzer Bürgermeister Ernst Lenk will die Gelegenheit beim Schopf packen. "Wir werden alles versuchen, um die Freileitung aus dem Ort zu bringen", versichert er. Allerdings ist eine Alternativtrasse eine überaus komplizierte Angelegenheit. Nicht der Netzbetreiber, sondern der Auftraggeber - in diesem Fall die Kommune - muss eine neue Strecke mit allen Dienstbarkeiten zur Verfügung stellen. Zudem gilt, wer bestellt, der bezahlt. Die Kommune bliebe auf den Mehrkosten im Vergleich zur Sanierung sitzen. Die Schirmitzer haben schon einmal versucht, die Hochspannungsleitung unter die Erde zu bringen. Einige Masten stehen in oder unmittelbar neben Gärten. Unterschriftenlisten, Verhandlungen mit dem Netzbetreiber, Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen für Anlieger und auf eine erschwerte Ortsentwicklung - nichts hatte 2001/02 genützt. Die Trasse ist seit den 1920er-Jahren eine Luftnummer.

Am Montag, 12. Dezember, wollen Bayernwerk-Vertreter mit Bürgermeister Lenk die Sanierung besprechen. Am Abend wird der Rathauschef in der öffentlichen Gemeinderatssitzung um 18 Uhr das Thema ansprechen. Auch bei der Stadt Weiden war die Freileitung Chefsache. "Der Oberbürgermeister ist informiert", sagt stellvertretender Bauplanungs-Dezernent Friedrich Zeiß.

Alternativen unrealistisch

Es habe Gespräche gegeben mit Überlegungen zum Trassenverlauf. Jedoch seien alle angedachten Möglichkeiten für Alternativstrecken als unrealistisch erachtet worden, erklärte der Stadtplaner. Er verweist jedoch auf die Überarbeitung des Flächennutzungsplan der Stadt Weiden, mit dem Hauptaugenmerk auf mögliche Baugebiete. "Bei solchen Planungen sind Freileitungen immer ein Handicap." Wie Lenk in Schirmitz will Zeiß den Leitungsverlauf dahingehend prüfen und überlegen, ob es Chancen gibt, die Leitungsstrecke zu verändern. (Angemerkt)

Neue Masten vermutlich höherKonkret plant das Bayernwerk 2018/19 die Ertüchtigung von 28 Stahlmasten. Die Leitung führt vom Umspannwerk in Schirmitz hinterhalb von Weißdorn- und Schlehenweg, parallel zum Rosenweg in Richtung Weiden. Dort zerschneidet sie das Baugebiet Schirmitzer Weg, verläuft zwischen OTH und TC Postkeller Richtung Clausnitzerschule zur TÜV-Kreuzung und weiter Richtung Am Forst in der Nähe des Herbstausgrabens. Die Stahlriesen sollen teils saniert, teils ausgetauscht werden. "In der Regel werden die 25-Meter-Masten um 3 Meter höher, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und dem Seildurchhang", räumt Zängl auf NT-Nachfrage ein.

3,4 Millionen Euro hat das Bayernwerk für die Maßnahme auf etwa sechs Kilometern Länge veranschlagt. Unter anderem soll die Leitung hinsichtlicher geänderter Normen bei Eis- und Windbelastung auf den aktuellen Stand gebracht werden. (ise)
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