27.01.2017 - 20:10 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Winter hat auch mit Pfarrer, Ministranten und Kirchenmusikern kein Erbarmen: Beten für Wärme

Eiskalt ist es draußen. Auch mit frierenden Pfarrern, Ministranten und Kirchenchören hat der Winter dabei kein Erbarmen. Mit interessanten Folgen

Mit der Mütze auch zur Beerdigung: Bei derart frostigen Temperaturen sieht Pfarrer Thomas Stohldreier dazu keine Alternative. Bild: Schönberger
von Katrin HirmerProfil

/Pirk/Luhe. "Die Pfarrkirche geht noch. Aber in der Jakobuskirche ist es so kalt, da hilft nichts", sagt Pfarrer Thomas Stohldreier von der Gemeinde Schirmitz. "Selbst wenn ich meine Spezial-Jeti-Winterjacke und meine Lammfellstiefel anhabe, spür ich die Kälte bis in die Knochen." Deshalb seien auch Beerdigungen um diese Jahreszeit eine Herausforderung: "Ich setze immer eine Mütze auf. Die ist zwar schwarz, aber ein Pfarrer mit Mütze auf einer Beerdigung sieht schon ein bisschen seltsam aus. Trotzdem: Bei diesen Temperaturen am Friedhof muss das sein."

Jugend hat die Hitze

Bei Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler aus Rothenstadt kommt's drauf an, was man drunter trägt. Er schwört auf Skiunterwäsche. "Warme Kleidung, dicke Handschuhe und Winterstiefel dazu. Wenn man genug anhat, lässt es sich aushalten."

Auch die Kirchengänger bibbern bei diesen Temperaturen. Viele vor allem Ältere scheuen sich im Winter davor, in die Kirche zu gehen: "Zwar haben wir Heizungen unter den Bänken, aber allein schon der Weg in die Kirche ist wegen des Schnees und des Eises schwierig", weiß Pfarrer Stohldreier. Messdiener scheinen dagegen resistent gegen Kälte zu sein. "Überraschenderweise beklagen sich meine Ministranten überhaupt nicht. Dabei haben sie sogar jetzt im Winter nur T-Shirts unter ihren Gewändern an. Und das, obwohl ich ihnen sage, dass sie unvernünftig sind. Die Jugend hat einfach noch eine Menge Hitze."

Stimmen heiser und belegt

Anders Wolfgang Ziegler und sein Kirchenchor. "Es hilft, sich während des Gottesdienstes keine frostigen Gedanken zu machen und sich in viele Kleidungsschichten zu hüllen", erklärt der Chorleiter aus Schirmitz. Nicht die Minusgrade seien das Problem, sondern die Folgen. Viele Sänger kämpften gegen Erkältungen, bekämen belegte und heisere Stimmen. Außerdem könne der Gesang oft nicht von Instrumenten begleitet werden: "Bei diesen Temperaturen gefrieren uns die Blasinstrumente auf dem Friedhof", sagt Ziegler.

Auch Rita Gleißner aus Luhe vom Trio "Z'sammg'stimmt" musiziert in der Kirche: "Die Kälte sorgt dafür, dass sich unsere Saiteninstrumente verstimmen", erklärt sie. Die Heizungen in der Kirche helfen zwar, aber man kann auch nicht zu sehr einschüren. "Wenn es im Gebäude zu warm ist, schadet das dem Gemäuer. Die Wände gehen kaputt und das Gold an den Statuen wird geschädigt." Ihr Tipp: ein heißes Getränk und warme Klamotten.

Selbst wenn ich meine Spezial-Jeti-Winterjacke und meine Lammfellstiefel anhabe, spür ich die Kälte bis in die Knochen.Pfarrer Thomas Stohldreier

 

 

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