Bauchtanzgruppen feiern am Sonntag Zehnjähriges - Eine verschworene Gemeinschaft
Einzigartig und eine Augenweide

Die Besucher des Bauchtanzfestes dürfen gespannt sein: Zum zehnjährigen Bestehen der Schlammersdorfer Gruppen haben die Frauen und Mädchen in vielen Übungsstunden neue Tänze und Überraschungen einstudiert. Bild: wmi
Lokales
Schlammersdorf
26.04.2013
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Seit Wochen sind mehrmals wöchentlich Geklimper, laute Musik und stöhnende Seufzer aus der Dorfhalle in Moos und dem ehemaligen Schulhaus in Schlammersdorf zu hören - vor allem in den vergangenen Tagen. Grund dafür sind motivierte Bauchtänzerinnen. Jung und Alt bereitet sich unermüdlich auf das Bauchtanzfest am Wochenende vor.

Seit zehn Jahren bietet die Volkshochschule Eschenbach in Schlammersdorf Bauchtanzkurse an. Auch vier der Teilnehmerinnen dürfen dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiern.

Dass der Bauchtanz so viel und so lange Begeisterung in dem Ort findet, hätte sich selbst Maria Roder, die Initiatorin und Ikone des Bauchtanzes in Schlammersdorf, vor zehn Jahren noch nicht vorstellen können. Zwischenzeitlich gibt es sechs Kurse, von denen Roder noch zwei leitet: die Frauengruppe und die am längsten bestehende Tanzgruppe, die "Jealalas". Deren Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Namen einiger Tänzerinnen zusammen.

Den Alltagsstress vergessen

Die vier Kinder- und Jugendgruppen hat zwischenzeitlich Annika Fehlner übernommen, eine der vier Tänzerinnen der ersten Stunde. "Wenn ich mich an zehn Jahre Bauchtanz erinnere, denke ich an viele schöne Übungsstunden und an die aufregenden Auftritte, die wir gemeinsam hatten", sagt die junge Trainerin. Sie freue sich, all ihre Erfahrungen an den Nachwuchs weiterzugeben.
Das regelmäßige gemeinsame Tanzen, die vielen Auftritte und die Forderungen der begeisterten Zuschauer nach Zugaben - die auch manchmal schief gehen, aber dafür einzigartig sind - schweißen die Mädchen und Frauen zusammen und lassen sie den Alltagsstress vergessen. "In diesen zehn Jahren haben wir viel miteinander erlebt. Unsere Freundschaften wurden dadurch nur noch fester. Auf das, was wir uns zusammen aufgebaut haben, können wir richtig stolz sein", meint Lorena Burger, die ebenfalls ihr Zehnjähriges feiert.

Dank der fachmännischen, geduldigen und unermüdlichen Anleitung von Maria Roder entwickelten sich in all den Jahren aus dem ursprünglichen "Hüfte rauf und Hüfte runter" die "Drops", die immer wieder eine Augenweide darstellen, aus dem "Vor-und-Zurück-Getaumel" der traditionelle Grundschritt und aus dem typischen "Hintern-Wackeln" das verführerische "Shimmy".

Leider wird genau das oft von unwissenden Laien als "Fett-und-Speck-Schütteln" bezeichnet, bedauern die ambitionierten Tänzerinnen. Aber dieses Missverständnis und das Vorurteil, dass Bauchtanz mit "Table-Dance" gleichzusetzen sei, nehmen die Mädchen und Frauen schon lange nicht mehr ernst.

Training hält fit

Auch durch Äußerungen wie "Aber Bauchtanz ist doch eigentlich der Tanz für die verschleierte und vor allem dicke Frau? Ihr müsst doch alle dick sein; gefällt euch das?" lassen sich die Tänzerinnen nicht beeindrucken. Auf solche Kommentare erwidern sie schmunzelnd: "Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne."

Dem Ideal eines perfekten Modelkörpers eifern sie beim Bauchtanz allerdings ebenfalls nicht nach. Trotzdem hält das Tanzen natürlich fit - vor allem die vielen Extra-Trainingseinheiten im Vorfeld des Bauchtanzfestes am Wochenende. Hintergrund
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