11.01.2018 - 18:02 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

52 Jahre alter Traktor verschwunden Einbrecher bei Schlammersdorf

Ein Liebhaber? Ein Ersatzteiljäger? Oder doch jemand, der auf den Verkaufswert aus ist? Der Diebstahl eines Oldtimer-Traktors in Schlammersdorf gibt noch mehr Rätsel auf.

Ein solches Modell verschwand aus der Scheune in Schlammersdorf. Der Traktor dort war aber deutlich besser in Schuss. Bild: Polizei Eschenbach
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Bald 52 Jahre tat er treu seinen Dienst bei Feld- und Waldarbeit - jetzt ist der Deutz Ackerschlepper verschwunden. Unbekannte haben den Traktor in der Nacht zum Mittwoch aus einer Scheune in einem Waldstück gestohlen. Der Tatort liegt etwa 500 Meter von Schlammersdorf in Richtung Kirchenthumbach. Laut der Eschenbacher Polizei soll der Diebstahlsschaden rund 1000 Euro betragen.

Weil Oldtimer-Traktoren derzeit einen Boom erleben, hätte Eigentümer Wolfgang Biersack vermutlich deutlich mehr erlösen können. Vor etwa zehn Jahren habe er den Deutz für gut 1000 Euro gekauft. "Heute wird dieses Modell im Internet für 4000 bis 5000 Euro gehandelt", sagt der Fuhrunternehmer. Ob dies der Grund für den Diebstahl war? Biersack kann wie die Polizei nur spekulieren. Denkbar sei, dass der Traktor nach Osteuropa gebracht wurde. "Es kann auch ein Sammler dahinterstecken, vielleicht zum Ausschlachten."

Rätselhaft sind auch die genauen Umstände des Diebstahls. Zwischen Dienstag, 15 Uhr, und Mittwoch, 8.30 Uhr, schoben die Täter das "Sektionaltor" der Scheune gewaltsam nach oben. Der grüne Traktor aus dem Jahr 1966 wurde dann verladen und abtransportiert. Die Kennzeichen rissen die Einbrecher gewaltsam ab und ließen sie im Umfeld des Tatorts zurück. In der Scheune standen jedoch noch andere "lohnendere" Objekte - ein etwas kleinerer Traktor aus dem Jahr 1950 oder ein Holzspalter. "Der ist sicher deutlich mehr wert als der gestohlene Deutz", sagt Biersack.

Der 38-Jährige vermutet, dass die Scheune schon vor längerer Zeit ausgekundschaftet wurde. "Vor etwa einem halben Jahr war das Tor schon einmal aufgehebelt", erinnert er sich. Damals habe nichts gefehlt. Biersack reparierte das Tor und vergaß den Vorfall beinahe. Erst am Mittwoch fiel ihm dieser Einbruch erneut ein.

Biersack glaubt nun, dass er auf dem Schaden sitzen bleiben wird. Dass der Deutz wieder auftaucht, kann er sich nicht recht vorstellen, und versichert war die alte Maschine nicht. Bei den Biersacks war der Deutz kein Sammlerobjekt, sondern noch regelmäßig im Einsatz, "nicht täglich, aber immer wieder zum Beispiel bei der Waldarbeit", sagt Wolfgang Biersack.

Noch schwerer wiege der ideelle Schaden. Vater Alfred Biersack habe den Traktor hervorragend in Schuss gehalten, viel Arbeitszeit dafür investiert. "Man hängt dann schon an der Maschine." Dazu komme der Sicherheitsaspekt. "Es geht viel Vertrauen verloren." Wolfgang Biersack hat deswegen inzwischen reagiert, die höherwertigen Geräte aus der Scheune an einen sichereren Ort gebracht. In dem Waldstück bleiben nur Gegenstände zurück, deren Verlust leichter verschmerzbar wäre. "Die Polizei hat uns dazu geraten, weil es sein kann, dass die Täter nochmals zurückkommen", erzählt Biersack

Die Polizei setzt bei ihrer Ermittlungsarbeit auf die Hilfe von Zeugen : Wer den Diebstahl, den Abtransport oder sonst etwas Verdächtiges in der Umgebung bemerkt hat, soll sich bei der Polizeiinspektion in Eschenbach melden, Telefon 09645/92040.

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