23.03.2018 - 20:00 Uhr
Schmidgaden

Besuch bei Romanautorin Veronika Mauel Überbordende Kreativität

Ihre Leidenschaft gilt Jugendbüchern mit einem Touch Romantik. Selbst geschriebenen natürlich. Veronika Mauel hat nämlich eine Ader für dieses Thema. Die ungemein produktive Schriftstellerin weiß einen großen Verlag an ihrer Seite, der schon viele Manuskripte von ihr publiziert hat. Und der seiner Autorin auch einmal ein ungewöhnliches Kompliment macht.

Das literarische Universum der Schriftstellerin Veronika Mauel entsteht in ihrem schmucken Einfamilienhaus in Schmidgaden. Bild: Dobler
von Thomas Dobler Kontakt Profil

Bereits als Jugendliche schrieb Veronika Mauel selbst erfundene Geschichten. Auch während und nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin begeisterte sie mit ihren Erzählungen ihre Schützlinge im Kindergarten. Erzieherin ist sie heute nicht mehr, nur noch die ihrer drei Kinder. Das natürlich ist ein Fulltime-Job, so dass man sich wundert, wo die zierliche Frau immer wieder die Energie her nimmt, sich an Bücher zu setzen, die in der Regel über 300 Seiten lang sind.

Auf der Buchmesse

Begonnen hat alles fast auf den Tag genau vor acht Jahren, als Mauels erster Roman ausgeliefert wurde, mit dem sie gleich auf der Leipziger Buchmesse vertreten war und gelesen hat. Die Vampir-Liebes-Action-Geschichte, die in dem Roman entfaltetet wurde, lag damals genau im literarischen Zeitgeist - man erinnere sich nur an die weltberühmte Stephenie Meyer mit ihren "Bis(s)..."-Romanen, die die Kinderzimmer erobert hat.

Völlig vorbeigegangen sind an Veronika Mauel hingegen die Romane des literarischen Superstars Joanne K. Rowling. Die Oberpfälzer Vielschreiberin, die auch eine Vielleserin ist, gesteht: "Ich bin kein Harry-Potter-Fan, ich habe das nie gelesen."

Auch wenn die Künstlerin ihren Erstling später als "Fingerübung" abgetan hat, ihre Schaffenskraft wurde davon nicht beeinträchtigt. Auf den Folgeband "Seelenfänger" von 2011 ist sie noch immer stolz. Ein Gefühl, das auch dem dritten Werk "Phantasun" gilt, dessen Titel man englisch aussprechen sollte.

In der Folgezeit änderten sich die Inhalte der Bücher. Mauel wandte sich der Lebensrealität junger Leute zu. Mit Erfolg, wie sich 2015 zeigte. Damals verschlug es ihr die Sprache. "Platz 1! Ich weiß nicht was ich sagen soll!" Kaum war nämlich ihr neues Buch als eBook erschienen, landete es auf einer entsprechenden Amazon-Hitliste ganz oben. Die Geschichte um Kai und Annabell (so auch der Titel) zog sich schließlich über zwei lange Romane, erschien als eBooks und später sogar gedruckt als Taschenbücher.

In der Gegenwart

Dass die Autorin in der deutschen Gegenwart landete hat ihr neue Leserschichten eröffnet, wie die vielen, positiven Kommentare zeigen, die seit der Veröffentlichung bei ihr eintrafen - aber auch im Netz nachzulesen sind.

Mit den Büchern "Ben und Helena" und, ganz neu, "Nadia und Noah" ist die Schmidgadenerin, die Schwandorfer Wurzeln besitzt, ihrem Sujet treu geblieben. Allerdings schildern die Geschichten keine heile Welt. "Da gibt es auch immer eine dunkle Seite", sagt sie und nennt die Themen häusliche Gewalt, Bulimie und Selbstverstümmelung durch Ritzen. In den Büchern leiden immer die jungen Frauen, aber auch die Männer tragen Probleme mit sich. "Die beiden finden sich meist auf einer seelischen Ebene und retten sich gegenseitig", erläutert die Autorin. "Ein Happy-End ist also gewährleistet", versichert sie und lächelt.

Dass Mauel nicht nur ihre weiblichen Figuren realistisch anlegt, sondern auch die männlichen Protagonisten, gefällt dem Carlsen-Verlag, der ihre Texte herausgibt, besonders gut: "Ich sei eine der wenigen Autorinnen, hieß es, die sich toll in Männer versetzen und sie sprechen lassen kann."

Wer es märchenhafter mag, für den hat Veronika Mauel übrigens noch ein Buch parat, das im März 2017 erschienen ist. "Fallen Princess" heißt es und darin erzählt sie die "wahre Geschichte des König Drosselbart".

Drei Fragen

Was liest eigentlich eine Schriftstellerin, die Fantasy- und Jugendromane schreibt, in ihrer Freizeit?

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