08.09.2016 - 02:00 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Kleinod mit großer Geschichte

In der gesamten Bundesrepublik können am kommenden Sonntag beim "Tag des offenen Denkmals" kulturelle Kleinode besichtigt werden. Darunter ist auch die Kirche in Gösselsdorf. Das Datum markiert für das kleine Gotteshaus ein bedeutendes Ereignis.

Zum "Tag des offenen Denkmals" ist auch die Kirche in Gösselsdorf zu besichtigen. Dieses Datum markiert den offiziellen Abschluss der Renovierungsmaßnahmen. Bild: ral
von Richard AltmannProfil

-Gösselsdorf. Das Schmuckstück des Schmidgadener Ortsteils Gösselsdorf ist die Kirche. Sie wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und im 18. Jahrhundert im Barockstil umgestaltet. Der Hochaltar mit zwei Säulen und seitlichem Schweifwerk ist eine Rokokoarbeit um 1770. Das Altarbild zeigt den Kirchenpatron St. Martin, wie er, der Legende nach auf seinem Pferd sitzend, seinen Mantel teilt, um die Hälfte dem frierenden Bettler zu geben.

Der Tabernakel stammt aus den Jahren 1799/1800 und wurde von dem Nabburger Schreiner Christoph Luybl und dem Amberger Bildhauer Friedrich Wagner um 132 Gulden gefertigt. Bemerkenswert sind noch die Holzstatuetten der 14 Nothelfer auf dem Seitenaltar in Weiß und Goldfassung aus dem späten 18. Jahrhundert. Im Vorraum steht ein wuchtiger ehemaliger Taufstein aus Granit mit leicht eiförmigen Becken, der jetzt als Weihwasserbecken dient. Auf dem wuchtigen Turm an der Ostseite des Kirchenschiffes hängen vier Glocken.

Zahlreiche Maßnahmen

Zwischen 1954 und 1973 wurde das Gotteshaus unter großen Opfern der Bevölkerung und tatkräftiger Mithilfe der Jagdpächter renoviert. Darunter zählten unter anderem die Erneuerung des Kirchendachs und des Außenputzes, der Bau des Leichenhauses, der Kauf einer neuen Turmuhr sowie der Einbau eines elektrischen Läutwerks. 1973 wurde als bisher letzte größere Maßnahme die Martin-Statue renoviert. Eine große Summe Geld wurde in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit auf Initiative und unter der Leitung des ab 1931 tätigen Kirchenpflegers Andreas Kräuter im Gotteshaus investiert.

In den Jahren 2014 und 2015 standen nun wiederum umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am Gotteshaus auf dem Programm. Morsche Turmdachstuhlbalken wurden ausgewechselt und der Innenraum gegen Wurmbefall begast. Um die Kirche wurden die Drainage erneuert sowie die Gehwege neu angelegt und gepflastert. Schadhafte Stellen am Außenputz wurden ersetzt. Die Außenfassade erhielt einen neuen Anstrich.

Das elektrische Läutwerk wurde überholt und auf den neuesten Stand gebracht. Die Restaurierung der Wetterfahne und des Missionskreuzes bildeten den Abschluss der Maßnahmen, die zum "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 11. September, offiziell beendet werden.

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