02.11.2013 - 00:00 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

"Luwex" trägt weltweit mit Hufeinlagen zu sportlichen Erfolgen bei Weiche Sohlen für Pferde

Hinter dem Namen "Luwex" verbirgt sich ein außergewöhnliches Handwerk. Josef Luber aus Trichenricht (Landkreis Amberg-Sulzbach) übt es aus: Mit seiner im Jahr 2000 gegründeten Firma in Schmidgaden stattet er weltweit Sportpferde mit Beschlägen aus. Er kam dazu, nachdem er 1997 mit Hufeinlagen für sein eigenes Vielseitigkeitspferd experimentiert hatte.

Je nach Belastungsart: Aus Silikon oder hochwertigem, stoßabsorbierendem Polyurethan bestehen die Hufeinlagen, die Sehnen und Gelenke schonen.
von Autor JUAProfil

Pferde spielten im Leben von Josef Luber schon im Kindesalter eine große Rolle. Seine Eltern betrieben eine Gastwirtschaft, den "Luber-Saal" in Kemnath am Buchberg, und beheimateten Haflinger und Ponys. "Reiten gehörte einfach zur Tagesordnung", erinnert sich der nun 54-jährige Pferdenarr. Er absolvierte bei Siemens eine Lehre als Werkzeugmacher und wusste damals allerdings noch nicht, dass er diesen Beruf als Basis für seinen weiteren erfolgreichen Werdegang brauchen würde.

Josef Lubers damaliges Vielseitigkeitspferd bekam Hufprobleme. "Es gab nur zwei Möglichkeiten, entweder das Pferd wird in den Ruhestand verabschiedet oder es bekommt einen komfortablen Hufbeschlag in Form von Einlagen und Polstern aus modernem Kunststoff", berichtet er. Schlechte Qualität, wie Leder- und Plastikeinlagen, gab es da schon lange. Luber suchte nach passenden, weichen Materialien und fertigte regelrecht mit Schere und Messer die ersten Probe-Einlagen zusammen mit seiner Lebensgefährtin Monika an.
Nach mehreren überzeugenden Tests an Pferden und optisch schöner Gestaltung wagte er es, das Produkt dem deutschen Olympiaschmied Dieter Kröhnert vorzustellen. Dieser war von der Einlage sofort begeistert - und somit war die Luwex-Hufeinlage geboren. "Mein Organisationstalent habe ich", so erzählt der Pferdeliebhaber, "von meinen Eltern durch den Betrieb im Wirtshaus gelernt". Die Idee sollte ja bei allen Hufschmieden bekannt werden: So veranstaltete er 1998 das erste "Luwex-Hufsymposium", zu dem er viele Berufskollegen einlud. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Mit anfangs circa 100 Teilnehmern haben sich die Hufschmiede-Messetage, die derzeit in Kreuth stattfinden, inzwischen mit etwa 600 Teilnehmern aus 27 verschiedenen Nationen zu den größten in Europa entwickelt. Die Hufeinlagen-Abnehmer kommen zum Beispiel aus Chile, Südafrika, Spanien, Island, Dubai oder anderen arabischen Ländern. Weltweit renommierte Hufschmiede, wie Rob Renirie aus Holland oder David Canes aus Spanien, nehmen an dieser dreitägigen Veranstaltung teil.

Sohn auch "infiziert"

Sohn Florian (29) ist in die Fußstapfen von Vater Josef getreten. Auch ihn hat der Pferde-Virus erfasst. Nach einer Ausbildung als Feinmechaniker entschloss er sich desweiteren für eine Lehre als Hufschmied. Diese absolvierte er 2005, nach einer zweijährigen Praxis bei Dieter Kröhnert, als Jahrgangsbester an der bayerischen Lehrschmiede in Schwaiganger. Im Anschluss arbeitete er zwei Jahre bei Josef Ganser in Niederösterreich und verbrachte ein weiteres Jahr im Ausland, um spezifische Methoden des Beschlagens zu erlernen.

Außer den Hufeinlagen, die nach der Montage mit Silikon ausgespritzt werden, stellen die beiden Pferdefachleute auch patentierte Hufeisenmesser aus hochwertigem Material oder Hufeisenzangen, die eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren und mehr haben, her. "Anfangs", zählt der stolze Firmenbesitzer auf, "hatte ich sechs Artikel in meinem Sortiment, in der Zwischenzeit sind es 80 Stück geworden". Saisonabhängig ist der Betrieb nicht. Im Sommer wie Winter stehen die gleichen Arbeiten an, die Josef Luber mit seinem Sohn Florian und dem Kollegen Thomas (26) erledigt.

Für alle Pferde-Sportarten

Der Firmeninhaber scheut keine Mühen. Er möchte seinen Betrieb noch weiter ausbauen und hat vor, noch mehr Workshops, bis zu zehn im Jahr, zu veranstalten. Dabei freut er sich immer besonders auf seinen Freund, den weltweit bekanntesten Hufschmied und Tierarzt Dr. Hans Castelijns (wohnhaft in der Toskana), der seine Vorträge in sieben Sprachen anbieten kann. Privat sitzt Josef Luber gerne vor seinem Fernseher und schaut Pferderennen oder Springreiten an. Dabei kann er immer davon ausgehen, dass die Besten mit Huf-einlagen aus seiner Firma an den Start gehen.

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