10.11.2017 - 16:18 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Neue Straßen in zwei Ortsteilen

Die Maßnahmen

Einstimmig, beziehungsweise mehrheitlich fasste der Gemeinderat die notwendigen Beschlüsse zum Straßenbau in Rottendorf und Inzendorf. Er stimmte dabei über jeden Straßenzug einzeln ab. Im Kajetanweg sprach er sich einstimmig für einen - beitragspflichtigen - Vollausbau aus. Gleiches gilt für die Dorfstraße in Inzendorf. Hier steht darüberhinaus eine Kanalbaumaßnahme an. Ebenso ohne Gegenstimme sprach sich der Gemeinderat für einen Vollausbau der Hohersdorfer Straße in Rottendorf von der Kreuzung bei der Grundschule bis zum Tulpenweg aus. Wie bei der Sitzung zu hören war, entstehen den Anwohnern dafür keine Kosten. Auf dem zweiten Teil der Hohersdorfer Straße vom Schulberg bis zur Dorfstraße soll nur eine neue Feinschicht aufgezogen werden. Ein Vollausbau ist nicht geplant. Das entschied der Rat mit drei Gegenstimmen. Am Schulberg beschloss das Gremium einen Vollausbau. Drei Räte stimmten dagegen. Gleiches gilt für den Kalvarienberg . Hier sprachen sich jedoch vier Gemeinderatsmitglieder gegen den Vollausbau aus. Mit 13:2 fasste der Rat den Beschluss, den Lilienweg nicht voll auszubauen. Ein Vollausbau ist noch im unteren Bereich der Dorfstraße von der Kreisstraße ab geplant. Die Entscheidung fiel mit 11:4 Stimmen. Wiederherstellungsmaßnahmen sind vorgesehen im oberen Teil der Dorfstraße sowie in der St.-Andreas-Straße . Diese Entscheidungen fielen einstimmig, beziehungsweise mit einer Gegenstimme. Jetzt geht es an die konkreten Planungen, bevor das Thema wieder im Gemeinderat behandelt wird. Dann liegt auch eine Kostenschätzung vor. Das heißt, die betroffenen Bürger der beiden Ortsteile erfahren, welche Summen ungefähr auf sie zukommen werden. (tib)

Für den Wasserleitungsbau müssen die Straßen in Rottendorf und Inzendorf ohnehin aufgegraben werden. Nun stellt sich die Frage, ob sie danach voll ausgebaut oder lediglich wieder hergestellt werden. Der Gemeinderat hat dazu eine mehrheitliche Meinung. Sie entspricht zwar in Teilen nicht dem, was die Bürger gerne hätten, ist aber aus seiner Sicht alternativlos.

Die Dorfstraße in Inzendorf ist in einem schlechten Zustand. Der Gemeinderat beschloss nun einen Vollausbau im Zuge des Leitungsbaus des Zweckverbandes "Brudersdorfer Gruppe". Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Das Thema interessierte: Zahlreiche Bürger kamen zur Gemeinderatssitzung und wollten wissen, ob sie für den Straßenbau Rottendorf und Inzendorf auch zur Kasse gebeten werden. Das werden sie - zumindest zu einem Teil. Zwar hatten sich einige Bewohner bei Informationsveranstaltungen im Vorfeld dagegen ausgesprochen, ihren Straßenzug - beitragspflichtig - voll auszubauen, aber aus Sicht der Mehrheit im Gemeinderat führt nach der rund zweistündigen Behandlung dieses Punktes in vielen Fällen kein Weg daran vorbei. Der Grund: Die Straßen sind teilweise in einem desolaten Zustand. Das bestätigte Norbert Winter vom Ingenieurbüro Seuß (Amberg). Sein Urteil: mangelhafter Untergrund, dünne und nicht mehr zeitgemäße Asphaltstärken und große Schäden durch zahlreiche Wasserrohrbrüche. Generell, so der Experte, bemühe man sich im Zuge des Wasserleitungsbaus um eine ganzheitliche Lösung. Die Wasserleitungen seien zum Teil seit dem Bau in Betrieb. "Die Materialien, die man dort verwendet hat, haben ausgedient", betonte Winter. Für den restlichen Bauabschnitt 1 beabsichtige der Zweckverband deshalb, noch etwa 2,2 bis 2,4 Millionen Euro auszugeben.

Höhere Kosten

Der Ingenieur gab aber zu bedenken: "Wir haben ein angepasstes Preisniveau." Das heiße, dass die Kosten mittlerweile um 10 bis 15 Prozent höher lägen als noch vor zwei Jahren. "Aber irgendwann müssen wir ran, wir können ja den Zuschuss nicht flöten gehen lassen", machte der Ingenieur die Dringlichkeit der Maßnahme aus seiner Sicht deutlich. Ingenieur Winter zeigte bei der Gemeinderatssitzung Straßenzug um Straßenzug detailliert auf, ging auf den Zustand ein und legte dar, welche Maßnahmen seiner Meinung nach nötig sind (siehe Infokasten). Wenn diese umgesetzt werden, sei ein vernünftiges Straßenbild für die Zukunft geschaffen worden.

Die Abrechnung in den für die Bürger beitragspflichtigen Straßenzügen erfolgt laut eines von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Gutachtens nach Ausbaubeitragsrecht Hier beliefe sich der gemeindliche Anteil je nach Bedeutung der Straße auf 30 bis 70 Prozent. Hinzu kommt noch der Teil, den der Zweckverband "Brudersdorfer Gruppe" für den Wasserleitungsbau zahlt sowie ein Anteil für Kanalbaumaßnahmen, die in einigen Abschnitten ebenfalls notwendig wären. Sie sollen in diesem Zuge ebenfalls erledigt werden. Ingenieur Rainer Rubenbauer vom Büro UTA in Amberg schilderte dem Gemeinderat, dass die Kanäle zum Teil ebenfalls in einem sehr schlechten Zustand seien. Während in einigen Abschnitten Reparaturen per Robotertechnik möglich seien, müssten andere neu verlegt werden. Einige alte Regenwasserkanäle müssten darüberhinaus stillgelegt werden. Das ginge über einen Rückbau oder das Verfüllen mit sehr flüssigem Beton.

Mehrere Beteiligte

Gemeinderat Florian Burth ging das zu schnell: Er plädierte dafür, zunächst zu ermitteln, welche Kosten auf die Bürger zukommen und in welchem Zeitraum sie ihren Anteil abzahlen können. Für sie komme mit dem Wasserleitungs- und dem Straßenbau beides zusammen. Ingenieur Rubenbauer entgegnete, dass jetzt neben der Gemeinde und den Bürgern weitere Beteiligte - zum Beispiel der Zweckverband "Brudersdorfer Gruppe" - für die Straßen zahlen würden. Später, so der Ingenieur, wäre das nicht mehr der Fall.

"Mir fällt ein Stein vom Herzen. Nun können wir endlich planen, ausschreiben und bauen", sagte Bürgermeister Josef Deichl, nachdem der Gemeinderat die entsprechenden Beschlüsse gefasst hatte. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die Wasser- und Kanalbaumaßnahme am 26. Januar im Bayerischen Staatsanzeiger ausgeschrieben wird. Die Vergabe ist für den 14. März vorgesehen. Die Bauarbeiten könnten dann bis Oktober 2019 abgeschlossen sein, so dass es auch bezüglich der Fördermittel kein Problem gibt. Die Ausschreibung für die Straßenbaumaßnahmen ist im Mai kommenden Jahres ins Auge gefasst, die Vergabe einen Monat später. Der Abschluss ist ebenfalls für den Oktober 2019 geplant.

Mir fällt ein Stein vom Herzen. Nun können wir endlich planen, ausschreiben und bauen.Bürgermeister Josef Deichl

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