Zweckverband verabschiedet Haushalt
Reibereien blieben nicht aus

Politik
Schmidgaden
16.05.2017
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Der Haushalt des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe bot keinen Konfliktstoff, dafür aber die Rechnungsprüfung 2015.

"Der Haushalt weist keine mir nicht erklärbaren Zahlen auf", fasste Verbandsvorsitzender Armin Schärtl bei der Sitzung im Rathaus die Arbeit von Geschäftsführer Hans Werner zusammen. Kurzfristige Kredite seien vertretbar. Schnaittenbachs Bürgermeister Josef Reindl wies auf das "ungesunde Verhältnis" der Zuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt hin. Das sei aber durch die Sanierung bedingt. Der Haushalt 2017 und der Finanzplan 2018 bis 2021 wurden einstimmig verabschiedet.

Einen Bericht über das Jahr 2016 gab der Geschäftsführer. Der Zweckverband hat es mit einem Ergebnis von 323 502,46 Euro beendet. Er lag damit um 60 400 Euro unter dem Haushaltsansatz. Die Einsparungen ergaben sich laut Werner durch günstige Ausschreibungen zusammen mit der Stadt Nabburg für die inzwischen abgeschlossene Leitungssanierung in Windpaissing und Hohersdorf.

Hohe Wasserverluste


Sorgen bereiten die hohen Wasserverluste und die Kosten für die häufigen Brüche der Asbestzementrohre. Heuer sei mit ähnlichen Ausgaben zu rechnen. Gehemmt, so Werner, werde der Zweckverband in seinen Sanierungsbemühungen durch eine Klage, wobei mehrere Punkte inzwischen aufgegeben worden seien.

Beim Bericht der Rechnungsprüfung 2015 traten dann die mühsam überdeckten Kontroversen zur Verbesserung des deutlich in die Jahre gekommenen Wasserleitungsnetzes zu Tage. Florian Burth monierte im Namen der Rechnungsprüfer, die zu wenig belegten Kosten für den erhöhten Verwaltungsaufwand wegen der Sanierungsmaßnahme. Zum bisherigen Betrag von 11 068 Euro kamen 2015 13 345,13 Euro hinzu. 2016 lag der Verwaltungsaufwand wegen Klage, Widerspruchsverfahren und Anwaltskosten bei 50 000 Euro. Kritisiert wurden bei der Rechnungsprüfung auch eine Vergabe vor der Haushaltsverabschiedung, die unterschiedliche Abrechnung zweier Hofeinfahrten sowie eine Rechnung, die nur in Kopie vorgelegen habe.

Gesonderte Rechnungen


Hier habe, erklärte Werner, die Baufirma für Arbeiten für die Gemeinde und den Zweckverband eine Rechnung gestellt. Der Betrag des Zweckverbandes sei herausgerechnet worden. Künftig werde auf gesonderte Rechnungen gedrängt. Die Unterschiede bei den Hofeinfahrten ergäben sich durch Außen- und Dorfbereich. Bei den Kirchen - eine weitere Auffälligkeit - werde der Grund berechnet und das Gebäude nicht als Geschossfläche. Noch nicht geklärt sei der Fall der Gösselsdorfer Kirche, die keinen Wasseranschluss hat.

"Manche Leute haben keine Vorstellung, was an Arbeit dranhängt." Wenn es gewünscht werde, werde er ein genaues Stundenprotokoll führen, entgegnete Werner auf die Attacken gegen den Verwaltungsaufwand, von denen er sich persönlich getroffen zeigte. Dass auch mündliche Kritik vorgebracht wurde, die nicht im Bericht stand, stieß ihm ebenfalls sauer auf.

Burth ließ nicht locker: Ein erhöhter Verwaltungsaufwand sei unstrittig und legitim, aber der Aufwand sei genauer nachzuweisen. Schärtl unterband die Debatte. Florian Burth und Christian Pröls billigten die Erklärungen nicht, stimmten gegen den Bericht und entlasteten deswegen auch den Vorsitzenden Armin Schärtl für das Rechnungsjahr 2015 nicht. Gegen die Feststellung der Jahresrechnung hatten sie nichts.

Der Haushalt 2017 in ZahlenDer Gesamthaushalt erhöht sich heuer von 383 900 auf 534 900 Euro. Das entspricht gegenüber 2016 einer Steigerung um 39,33 Prozent. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 232 800 Euro (+7,38 Prozent) und der Vermögenshaushalt mit 302 100 Euro (+80,79). Vorgesehen ist eine Zuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt in Höhe von 48 100 Euro.

Die größten Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind der Wassereinkauf von der Stadt Nabburg in Höhe von 51 000 Euro, Unterhaltskosten für das Rohrnetz in Höhe von 40 000 Euro, der Verwaltungskostenbeitrag von 53 500 Euro und die bereits erwähnte Zuführung zum Vermögenshaushalt. Als größte Einnahmen sind die Wassergebühren mit netto 155 000 Euro zu verbuchen, die Herstellungsbeiträge von 10 000 Euro und eine kurzfristige Kreditaufnahme in Höhe von 240 000 Euro. Für die Leitungserneuerung in der SAD 27 werden heuer 212 000 Euro investiert. Fällig wird die Schlusszahlung für Hohersdorf und Windpaissing.

Der Zweckverband hatte zum 31. Dezember 2016 57 000 Euro Schulden, Veranschlagt ist eine Tilgung von 18 000 Euro. Der Schuldenstand erhöht sich zum Jahresende voraussichtlich auf 279 000 Euro. Die Rücklagen werden sich voraussichtlich auf 18 718,92 Euro reduzieren, denn es ist eine Entnahme von 50 000 Euro geplant. (ihl)
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