30.08.2017 - 20:00 Uhr
SchmidgadenSport

"Das ist kein Negativerlebnis für uns" Kein Frust beim Tabellenletzten Schmidgaden

Der 1. FC Schmidgaden ist der etwas andere Aufsteiger. Nach Jahrzehnten spielt der Klub mal wieder in der Bezirksliga Oberpfalz und bringt nicht viel zustande. Doch schlechte Stimmung gibt es keine.

Weiter, immer weiter: Aufgeben gibt's bei Trainer Wolfgang Richthammer und den Schmidgadenern nicht. Die Stimmung beim Bezirksliga-Schlusslicht ist weiter gut. Bild: bwr
von Josef Maier Kontakt Profil

Die nackten Zahlen sind frustrierend: In 6 Spielen 30 Gegentore, nur 3 selbst geschossen, 0 Punkte, Letzter in der Bezirksliga Nord. Der 1. FC Schmidgaden ist eigentlich jetzt schon nicht mehr zu retten. Die Stimmung im Verein ist aber von Frust weit entfernt: "Wir empfinden das alles nicht als Negativerlebnis", sagt Trainer Wolfgang Richthammer. Von Niedergeschlagenheit beim Aufsteiger ist wenig zu merken: "Es gibt auch keine Motivationsprobleme in der Mannschaft. Da ist alles in Ordnung."

Fünfter in der Kreisliga

Natürlich ist der Verein aber mit anderen Erwartungen in das Abenteuer in der höchsten Oberpfälzer Spielklasse gegangen. "Aber es ist schon viel schiefgelaufen", blickt Richthammer auf die vergangenen Wochen und Monate zurück und kann sich dabei ein Schmunzeln nicht verkneifen, ob so vieler Negativerlebnisse: Da war zum einen, dass sich die Schmidgadener Knall auf Fall für den Aufstieg entscheiden mussten. Nur Fünfter waren sie in der Kreisliga West Schwandorf/Cham geworden. Die drei Erstplatzierten hatten kein Aufstiegsrecht, aber der Vierte, der 1. FC Rötz, zog plötzlich zurück. Schmidgaden sagte zu, auch weil sich Richthammer davon etwas erhoffte: "Ich dachte, aufgrund der Attraktivität der neuen Liga würden drei, vier junge Spieler aus der Region zu uns kommen." Richthammer glaubte auch lange daran, ehe einer nach dem anderen kurzfristig absagte. "Zu meiner Zeit war Fußball das Attraktive", spricht der ehemalige Landesliga-Spieler das leidige Thema "Bezahlung" an. In Schmidgaden ist für die Spieler nun mal finanziell nichts zu holen. Da zieht auch eine höherklassige Liga nicht.

Der FC hoffte durch Neuzugänge ein bisschen die Altersstruktur in der Mannschaft zu ändern. "Wir sind ein Team mit vielen älteren Spielern." Und da kommt der Coach auch gleich auf ein Thema, dass in der jetzigen Spielklasse ein Problem ist: "Aufgrund dieser Altersstruktur fehlt uns im Spiel auch die Geschwindigkeit." Die Gegner wüssten das, würden pressen ohne Ende und die Fehler ausnutzen. Die bisherige schlechte Bilanz führt der 43-jährige Lehrer aber auch auf den Spielplan zurück. Pfreimd, Hahnbach, Schwarzhofen. "Das sind mit die drei stärksten Teams der Liga", sagt Richthammer. "Hahnbach hat uns ja fast schwindlig gespielt." Hinzu kam auch noch, dass zuletzt vier wichtige Spieler aus Verletzungsgründen nicht zur Verfügung standen.

Vertrauen vom Vorstand

Natürlich hat sich auch Trainer Richthammer wegen der Negativserie hinterfragt, ob es vielleicht auch an ihm liege. Bevor er aber ins Grübeln kam, grätschte das Vorstandsteam dazwischen: "Wir gehen den Weg gemeinsam nach oben und, wenn es denn so ist, auch nach unten", war der Tenor. Die Spieler hören ohnehin auf ihren Coach: "Die stehen zu 100 Prozent hinter mir."

Am Sonntag sind die Aussichten auf den ersten Punktgewinn gar nicht so schlecht. Der Mitaufsteiger TuS Hirschau (12. Platz/7 Punkte) kommt. "Wir werden mit einem Defensivkonzept reingehen", sagt Richthammer. Aber er glaube auch, dass dieses Mal die ein oder andere Torchance herausspringe. Ein möglicher Punktgewinn oder Sieg wäre nicht nur für Spieler und Trainer Balsam: "Den würden wir unseren Zuschauern schenken, die auch jetzt immer voll zu uns halten." Frust gibt es nirgendwo in Schmidgaden.

Es gibt auch keine Motivationsprobleme in der Mannschaft. Da ist alles in Ordnung.Schmidgadens Trainer Wolfgang Richthammer

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.