Alois Lang im Alter von 102 Jahren sanft entschlafen
Ältester Einwohner Schmidgadens stirbt

Alois Lang, 1915 - 2017 Bild: exb
Vermischtes
Schmidgaden
10.10.2017
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Er war der älteste Bürger der Gemeinde: Alois Lang war noch im hohen Alter bewundernswert agil. Vergangene Woche verstarb der Schmidgadener im Alter von 102 Jahren. Am Dienstag wurde er zu Grabe getragen.

Geboren am 29. April 1915, wuchs Alois Lang mit sechs Geschwistern auf dem elterlichen Hof in Schmidgaden auf. Nach dem Schulabschluss fand er Arbeit im Flussspatbergbau. Danach wurde er zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Als 22-Jähriger kam er zu den Panzerjägern nach Amberg. Nach seiner Fallschirmjägerausbildung bei Berlin und Braunschweig wurde er im Zweiten Weltkrieg an der Süd- und Westfront eingesetzt.

Nach der Rückkehr aus englischer Gefangenschaft gaben sich Alois und Anna Lang, geb. Probst, im Jahre 1946 in der Pfarrkirche das Jawort. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor, Tochter Ilse verstarb bereits im Alter von 20 Jahren. Langs Frau Anna verstarb im Jahr 2007. Das Ehepaar betrieb eine Gastwirtschaft und baute dazu einen Saal, wo Tanzveranstaltungen und Kinovorführungen stattfanden. Dort wurde auch der Schützenverein gegründet, dessen Gründungsmitglied Alois Lang war; der Saal stand auch für den Schießstand zur Verfügung. Dann baute Alois Lang ein Fuhrunternehmen auf. Sein erster Lastwagen war ein Holzvergaser. Sand, Kies und Erde mussten per Hand verladen werden. Er war ein Auto- und Motorrad-Fan und besaß damals vermutlich das einzige Auto in Schmidgaden. Ebenso hatte er bereits als einziger Telefon, das von vielen Anwohnern genutzt wurde. Später baute er eine Tankstelle. Somit war die ganze Familie, auch die Kinder, gefordert, mit anzupacken. Sonntags musste Alois Lang mit seinem VW-Bus auch noch die Fußballer zu den Auswärtsspielen fahren, weil kaum Fahrzeuge zur Verfügung standen.

Das Fuhrunternehmen gab er im Alter von 77 Jahren (eigentlich ungern) auf. Aber mit seinem BMW fuhr er bis ins hohe Alter, wobei er sich mit 96 Jahren nochmals ein Auto kaufte. Denn wenn er im Auto saß, fühlte er sich um zehn Jahre jünger, versicherte er. Seinen 100. Geburtstag vor zwei Jahren konnte er noch bei einigermaßen guter Gesundheit mit vielen Gästen feiern.

Er liebte vor allem die Natur und den Wald, war auch oft bei den WAA-Demonstrationen am Franziskusmarterl dabei und fuhr im hohen Alter von 95 auch noch gerne mit dem Fahrrad in den Wald. Bis zum 98. Lebensjahr führte er seinen Haushalt weitgehend alleine, bis er nach und nach auf Hilfe angewiesen war. In letzter Zeit machte ihm die Lunge zu schaffen. Nach dem Frühstück schlief er vergangenen Freitag friedlich in seinem Sessel ein. Neben seinen 6 Kindern trauern 14 Enkel und 9 Urenkel um ihn.
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