10.02.2017 - 17:54 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Kompaktmast eine Alternative?

Das Raumordnungsverfahren für den Ostbayernring ist abgeschlossen und Empfehlungen für mögliche Leitungsführungen liegen vor. Gibt es zu den viel diskutierten Gittermasten oder 380-kV-Erdkabel eine andere Variante?

Aufmerksam folgten der Gemeinderat Schmidgaden und die zahlreichen Zuhörer den Erläuterungen des Vorstandsmitglieds des Bundesverbands Kompaktleitung, Lothar Beckler (stehend) zum Ersatzneubau des Ostbayernrings. Bild: ohr
von Herbert RohrwildProfil

Ein Vorstandsmitglied des Bundesverbands Kompaktleitung (BVK/Berlin) informierte den Gemeinderat Schmidgaden über eine weitere Möglichkeit. Lothar Beckler hob als Vorteile beim Kompaktmasten die geschlossene Bauweise, den sehr schlanken Mastfuß, die geringe Trassenbreite, die niedrigen Stockwerkabstände und den schnellen Baufortschritt durch werkseitige Vormontage hervor. Von dieser Konzeption würden Anwohner, Landwirte, Waldbesitzer und die Übertragungsnetzbetreiber profitieren.

Der Vergleich

In seinen weiteren Ausführungen - gestützt auf eine Powerpointpräsentation - ging das Vorstandsmitglied auf Details ein. Im Vergleich zum Vorschlag Gittermast (TenneT) bringe bei gleicher Wirtschaftlichkeit der "Kompakter" (BVK) folgende Ergebnisse (in Klammer Angaben zum Gittermast). Als Fundament ist eine Breite von 1,7 Meter (8 Meter) ausreichend. Bei drei (zwei) Stockwerken ergibt sich eine Gesamthöhe von 53,5 Meter (55,5 Meter) und eine Spannbreite von 11 (22) Metern. Der Kompaktmast benötige ein Plattenfundament mit Kontaktzapfen mit den Abmessungen 15 (13) Meter Länge, 7 (13) Meter Breite und 1,4 (1,0) Meter Tiefe mit einer Flächenversiegelung von 105 (169) Quadratmetern.

Diese Alternative, so Beckler, sei die kompakteste Ausführung nach deutscher Norm und ohne technische Einschränkungen. Sie begünstige eine bestmögliche Akzeptanz und sei genehmigungsfähig. An bereits realisierten Maßnahmen verdeutlichte der Redner optimalere Werte bei der elektrischen Feldstärke und der magnetischen Flussdichte.

Gespräch suchen

Der Bundesverband Kompaktleitung wurde 2015 gegründet und rekrutiert sich aus Mitgliedern mit einem breiten Querschnitt von Bürgern, Vereinen, Verbänden, Wissenschaft, Politik und Industrie. Er setzt sich unter anderem zum Ziel, aktuelle Entwicklungen darzustellen, resümierte das Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Kompaktleitung, Lothar Beckler. In der anschließenden Aussprache gab der Repräsentant noch weitere Erläuterungen. "Mit den betroffenen Gemeinden zusammensetzen", schlug Bürgermeister Josef Deichl als weiteren Schritt vor.

Das Gremium erteilte noch zwei Bauanträgen das gemeindliche Einvernehmen. Christian Rinner aus Wernberg-Köblitz beantragte die Nutzungsänderung eines Stallgebäudes in eine Ferienwohnung und zum privaten Reitbetrieb sowie die Nutzungsänderung des Nebengebäudes in eine Doppelgarage und einen Ausstellungsraum.

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