04.04.2018 - 20:00 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Susanne Deutschländer schildert bei der Frühjahrsversammlung des GOV, wie er aussehen muss: Ein Garten, der Kinderwünsche erfüllt

Der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein hatte mit Susanne Deutschländer eine kompetente Referentin zu Gast. Ihr Thema: Der kindgerechte Garten. Erschreckend seien Studien, die aufzeigen, dass Krankheiten wie Osteoporose bei Kindern im Vormarsch sind, da durch mangelnde Bewegung die Knochendichte nicht ausgebildet werden kann. Verhaltensauffälligkeiten resultieren daraus, das Kinder zu wenig herumtoben.

Vorsitzender Helmut Schönberger bedankte sich bei der Referentin mit einer Blumenschale. Bild: di
von Alois DirriglProfil

Ein Garten für Kinder muss Spiel- und Rückzugsraum zugleich sein. Bei selbstvergessenem Spiel ohne für Erwachsene sichtbare Erfolge werden notwendige Kompetenzen erreicht, es kommt vom "Greifen" zum "Begreifen". Die Eigenschaften verschiedener Materialien wie Holz, Stein, Sand werden erlernt, Kreativität, Fantasie und Geschicklichkeit gefördert. Mutproben sind ein Zeichen für den Drang der Kinder, Unbekanntes zu erforschen, Verbotenes zu tun. Dabei erfahren Kinder ihre Fähigkeiten, beweisen sich und anderen, was sie können und stärken so ihr Selbstwertgefühl. "Welcher Garten kann das alles bieten?", fragte die Referentin in die Runde.

Kinder lieben Unfertiges, lieben Baustellen. Fertige Spielgeräte beschäftigen sie nur kurz, gepflegte Rasenflächen bieten wenig Interessantes. Sie wollen graben, einen Unterschlupf aus Brettern, Ästen und Moos bauen, auf Bäume klettern. Fliehkraft und Schwerkraft erlernen sie im hügeligen Gelände, beim Hang runterpurzeln und schaukeln. Laubhaufen im Herbst verleiten dazu sich einzugraben, zu basteln oder hinein zuspringen. Sand und Steine sind begehrtes Baumaterial. Spitzenreiter bei den Kinderwünschen sind Wasser, Matsch und Pfützen. Natürlich sollen Kinder auch garteln. Im eigenen Beet mit Kartoffeln, Erdbeeren oder Radieschen erfahren sie die Faszination der Entwicklung der Pflanzen vom Samenkorn bis zur Pflanze und Ursache und Wirkung ihres Tuns bei Erfolg oder Misserfolg. Kinder wollen auch Rückzugsräume - in der Hecke, im Baumhaus, im Tipi - um vor sich hin zu träumen, mit anderen Streiche auszuhecken. Kindern diese unbeobachteten Räume zuzugestehen, heißt ihnen Vertrauen entgegenzubringen. Je natürlicher ein Garten ist, umso mehr gibt es für Kinder zu erforschen und entdecken. Unverzichtbare Bestandteile im kindgerechten Garten sind Hecken, Pfützen, Steine, Laub, Äste, Sand, Hügel und Wasser. "Wir sollten den Kindern in unseren Gärten also bewusst Steine in den Weg legen, sie werden sie bestimmt nutzen", war sich Susanne Deutschländer sicher.

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