27.02.2017 - 16:42 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Narrenstau am Dietldorfer Stachus: Farbklekse und viel Lokalkolorit

Zum 46. Mal schlängelte sich am Sonntag der Narrenzug über die Dorfavenue. Die Folge: Narrenstau am Stachus. Dass der Faschings-Catwalk der Vilstalunterlieger neugierig macht, lag wohl nicht am Wetter, sondern am guten Ruf dieses Gaudiwurms - stets mit viel Lokalkolorit gespickt.

von Paul BöhmProfil

Dietldorf. (bö) Tausende - heuer sprach man gewagt von einem optimistischen Allzeithoch zum Aufzeichnen im Dietldorfer Guinnessbuch der Rekorde - waren zu den Vilstalunterliegern gekommen, um noch ein paar Züge Faschingsbegeisterung, vermischt mit viel "Diti-Diti", "Oho" und "Buli, buli" bei bestem Feierwetter zu erhaschen.

Über die Vils

39 Zugnummern waren es genau, die sich mühsam und dicht an dicht über die restaurierte "Wiedervereinigungsbrücke" über die Vils ihren Weg bahnten. Den passenden Ton gab Captain Jack Sparrow, alias Volker Schmidt, höchst persönlich für die Dietldorfer Vilspiratenkapelle vor.

Dazu gesellte sich die ganz auf bayerische Tracht eingestellte Blaskapelle der Vilstaloberlieger aus Schmidmühlen, die mit anderen Fußgruppen davor und dahinter von den großen Mottowagen förmlich in die Zange genommen wurden. Als schillernde Farbkleckse waren die Faschingsgarden samt Hofstaat und den Tollitäten aus Dietldorf, Schmidmühlen und Burglengenfeld auszumachen. Zu sehen war der peinliche Pokemon-Unfall mit dem Dietldorfer Kirchweihbaum, bei dem im Sommer die Spitz' dran glauben musste. Man konnte miterleben, dass das Dorf dringendst einen Chorleiter für den Kirchenchor sucht, und selbst die Fifa-Bestechungsaffäre rollte mobil gemacht durch das Dorf.

Brexit ein Thema

Dass Dietldorf immer was zu feiern hat, erfuhren die neugierigen Zuschauer am Rande. Der Brexit war ein Thema gewesen, und der bröckelnde Putz an der Friedhofsmauer wurde noch lockerer geklopft. Auch das russische Staatsdoping wurde im Zug auf die Schippe genommen.

Man ließ die Bienen zum Honigsammeln ausschwärmen, und laut einer Whats-App macht man Werbung für die Online-Bierbestellung der Dorfwirtin. Der König der Löwen war ebenso zu sehen. Und mit ihrem Ministranten-Malheur am Neujahrstag wurden der Michi und der Maxi durch den Faschingskakao gezogen. Geht es nach Dietldorfer Erkenntnissen, soll Donald Trumps Mauer sogar vor der Vogelgrippe schützen.

Klappernde Boandln

Der Emhofer Whiskey-Wahn wurde ebenfalls beleuchtet und die gefundenen Boandln klappernd durch das Dorf gezogen, nachdem sie zum wiederholten Mal mit dem schottischen Nationalgetränk desinfiziert worden waren.

Alles in allem war es auch heuer wieder ein toller Faschingszug der sich "Sie" geschrieben hat. Eben die nicht zu übertreffende Dietldorfer Qualitätsarbeit in Sachen Faschingsbrauchtum in der Region.

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