09.02.2018 - 15:20 Uhr
Schmidmühlen

Schmidmühlener Hexen zum 50. Mal unterwegs Ein Whatsapp reicht zum Treff

Das ist eine tolle Sache. Zum 50. Mal sind am g'malzenen Freitag die Schmidmühlener Hexen unterwegs. Eine satzungemäße Einladung braucht man dazu nicht extra, erzählt Oberhexe Martina Vierl, denn die Hexenschar nutzt schon seit ein paar Jahren moderne Kommunikationstechniken.

Zum 50. Mal waren am Freitag die Schmidmühlener Hexen im Markt unterwegs - mit einem einzigen Mann. Das war der Musikant Florian Gröninger. Bild: bö
von Paul BöhmProfil

"Da wird nur noch gesimst oder eine Whatsapp-Nachricht abgesetzt. Eine eigene Hexen-App aufzubauen, hat man sich auch nach dem Ausbau des schnellen Internets in Schmidmühlen schon überlegt. Traditionell geblieben ist nur noch der Besen, denn den braucht man ab und zu, um manch widerspenstigen Herren der Schöpfung in die Parade zu fahren.

"So alt wie der große Kollege Fischzug ist unser Hexentreiben nicht, aber genauso schön", meint Vierl. "Mit dem Unterschied, dass man bei uns immer reden, tanzen und lustig sein kann, während dies alles beim Fischzug mit einer Strafe von fünf Euro belegt wird.

Am Freitag um 13 Uhr haben sie sich beim Zöllist in der Langbruck, so der frühere Name der unteren Hauptstraße, zu einem Zeremoniell getroffen, so wie dies schon seit 1969 abläuft. Dann macht man sich zu Fuß auf den Weg zu Bürgermeister Peter Braun, um sich fürstlich bedienen zu lassen. In früheren Jahren ist man noch mit einem Bulldoggespann durch den Markt zu den ersten Einsatzstätten getuckert, aber das hat man aus Sicherheitsgründen wegfallen lassen.

Dass die selbstbewussten Hexendamen überall zuvorkommend bedient und hofiert werden, ist natürlich bei der geballten Ladung Charme selbstverständlich. Jedoch anlegen sollte man sich mit dieser Spezies an diesem Tag freilich nicht. "Da gelten unsere Hexengesetze", meint eine kreischende Runde mit schwingenden Besen. Etwa ein Dutzend Einkehrstationen waren auf der Besuchsliste, erzählt Martina Vierl, die nunmehr seit vierzehn Jahren das Regiment führt.

Dass die Hexen auch Haftpflichtversichert sein müssen, darauf legt man großen Wert in der Runde. Damit alles in geregelten Bahnen abläuft, ist man über das Faschingskomitee abgedeckt. Bisher ist bis auf ein paar kleine spätabendliche Blessuren bei der Schwarzen Nacht nichts passiert. "Aber das hatte meist andere Hintergründe", erzählt man sich. "Meist sind es die Straßenlampen, die an diesem Tag zu wenig Leuchtkraft abgeben", munkeln Kenner der Szene. Nur ein Mann durfte heuer wieder mitgehen, und das war der Musikant Florian Gröninger aus Pirkensee. Trotzdem, es war ein liebevoller und netter Hexenhaufen, den man am Freitag durch Schmidmühlen ziehen sah. Stationen waren unter anderem die Heiligen Hallen von Bürgermeister Peter Braun im Rathaus, die Raiffeisenbank, Arztpraxen, Geschäfte, die Autowaschanlage und andere spezielle Adressen. Zu später Stunde, nach dem Verbrennen der Strohhexe zum Zeichen des Winteraustreibens am Hammerplatz, die Einkehr bei der Schwarzen Nacht der CSU beim Ochsenwirt mit den Staubigen aus Hohenburg.

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