Adventliche Stunde mit Musik und Denkanstößen
Innehalten im weihnachtlichen Laufschritt

Die Bläsergruppe St. Ägidius eröffnete die adventliche Stunde.
Kultur
Schmidmühlen
06.12.2016
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Die Cantores erfreuten ihre Zuhörer mit "In das Warten dieser Welt". Bilder: bjo (2)

Gruppen und Vereine der Pfarrei regten bei der adventlichen Stunde zum Adventsmarkt am Sonntagnachmittag an, im "Jetzt zu leben - nicht im Vorgestern und nicht im Übermorgen, denn jetzt ist die Zeit". Das Programm wurde anhand einer Textvorgabe von Pfarrgemeinderatssprecher Johann Bauer gestaltet, zu der die einzelnen Gruppen Denkanstöße und Lieder beitrugen.

Die Eröffnung übernahm die Bläsergruppe St. Ägidius. Pfarrgemeinderatssprecher Johann Bauer ließ die Zuhörer aufhorchen: "Ist Ihnen schon einmal bewusst geworden, dass die Adventswochen als Zeit der Besinnung gedacht sind? Wenn wir im Leben auf Entscheidendes zugehen, erbitten wir uns meist eine Bedenkzeit. Aber was gibt es im Advent zu bedenken? Höchstens, dass ich alle Geschenke beisammen habe."

Das Warten dieser Welt

"Weil Gott in tiefster Nacht erschienen" und "In das Warten dieser Welt" sang der Chor Cantores. Zum ersten Mal mit dabei waren Flötengruppen der Blaskapelle St. Ägidus. Tina Braun und Jasmin Schöpper gaben bei den Stücken ihr Bestes. Vier Kerzen wurden angezündet. "Die erste Kerze macht Mut, uns dankbar an unsere einzigartigen Lebenswege zu erinnern", sagte Monika Jell: "Jeder von uns ist einen eigenen Lebensweg durch viele Jahrzehnte gegangen, mit vielen ganz persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen. Erinnerungen sind wie eine Schatztruhe, die im Lauf des Lebens immer mehr gefüllt wurde: frohe und schwere Stunden, Misslungenes und Geglücktes, Scherben und erfüllte Augenblicke."

"Alle Joahr um di Zeit" und "O Maria wie gefährlich" trugen die Schmidmühlner Sängerinnen in Mundart vor, ehe Josef Färber vom Landvolk die zweite Kerze anzündete. Diese mache Mut, "unsere Zeit miteinander zu teilen und gut zusammenzuhalten. Je älter wir werden, umso mehr Zeit verbringen wir allein. Es ist gar nicht so leicht, sich selbst in seinen vier Wänden gut auszuhalten. Und doch tun Zeiten des Innehaltens und Für-sich-Seins gut. Statt die Zeit totzuschlagen, ist es besser, sie zu teilen. In Kontakt zu sein in der Familie, mit Freunden, Nachbarn und Bekannten."

Der Kirchenchor trug die Lieder "Wachet auf, ruft uns die Stimme" und "Alma Redemptoris Mater" vor. "Die dritte Kerze macht uns Mut, mit Vertrauen unseren Weg in die Zukunft weiterzugehen", sagte Thea Sollfrank. Immer wieder gebe es Wartezeiten: auf den Bus, in der Schlange vor der Kasse, auf einen Anruf. "Eine vergeudete Zeit, in der wir immer ungeduldiger werden? Oder eine Einladung zum Innehalten? Auf was warte ich eigentlich? Was erhoffe ich? Wenn ich an die Zukunft denke, ist mir klar: Meine Zeit ist endlich. Meine Möglichkeiten sind begrenzt - und dennoch gibt es immer wieder Erfüllungen und himmlische Augenblicke, auf die ich mich freue."

Eine gesegnete Zeit

Der Männergesangsverein gab die Lieder "Maria durch ein Dornwald ging" und "Weihnachten ist nicht mehr fern" zum Besten. Für den Katholischen Frauenbund entzündete Heidi Luschmann die vierte Kerze. Diese lade ein, einander eine gesegnete Zeit zu wünschen. Viele fügten hinzu: Hauptsache gesund! "Aber ist Gesundheit wirklich das oberste Lebensziel? Geht es mit zunehmendem Alter nicht eher darum, gut mit seinen Grenzen leben zu können? Und in einer guten Beziehung zu sich selbst und zu anderen zu finden?"

Pfarrer Werner Sulzer gab allen einen Dezember-Wunsch mit auf den Weg: "Ich wünsche dir einen, der dich aufhält, wenn du in den adventlichen Laufschritt fällst. Er stelle sich in deinen Weg, freundlich, aber bestimmt, so dass du innehalten und zu Atem kommen kannst. Ich wünsche dir einen, der den Ton leise dreht, wenn es um dich oder in dir lärmt und brummt. Er öffne dein Ohr, damit du unter all den Geräuschen die Stimme des Engels vernimmst, der von Freude singt." Der feierliche Abschluss war das gemeinsame Lied "Macht hoch die Tür".
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