Fischereiverein Schmidmühlen setzt 850 Exemplare dieser Fischart ein
Vils als Lebensraum für die Nase

Der Vilswanderer tritt am 4. Mai in Rieden auf. Bild: hfz
Lokales
Schmidmühlen
29.04.2013
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Viel wird im Naturpark Hirschwald getan, um die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren zu erhalten. Auch der Fischereiverein Schmidmühlen trägt seit vielen Jahren mit verschiedenen Projekten und Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt in Gewässern bei.

Auch kleine Maßnahmen

Mit Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtlinie am 20. Dezember 2000 hat die Gewässerbewirtschaftung in Europa einen neuen Rahmen erhalten. Bis 2015 sollen alle Gewässer einen guten Zustand erreichen. Dazu sind verschiedene technische Maßnahmen umzusetzen. Auch gezielte kleinere Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Qualität der Fließgewässer in Europa zu verbessern. Gerade mit der Einbringung von Kies für Kieslaicher in die Vils oder von Totholz hat der Fischereiverein mit sehr zeitintensiven Arbeitseinsätzen schon seinen Teil zum Erhalt der Artenvielfalt beigetragen.

Weniger zeitintensiv, aber dennoch "ökologisch wertvoll" sind die Besatzmaßnahmen in der Vils, die kürzlich vorgenommen wurden. Dabei wurden Nasen eingesetzt. Diese Fische gehören zu der großen Familie der Karpfen und sind Schwarmfische. Nasen können bis zu 40 Zentimeter groß und bis zu 1000 Gramm schwer werden. Manchenorts sind diese Fische in ihrem Bestand gefährdet oder schon ausgestorben. In der Schweiz sind die Nasen sogar ganzjährig geschont. In Deutschland war die Nase 1994, in Österreich 2003 "Fisch des Jahres". Eine "Ehre", auf die der Fisch verzichten könnte, weil so eine Bedrohung dokumentiert wird. Für den enormen Rückgang der Nasen gibt es verschiedene Gründe, unter anderem die Gewässerverschmutzung oder die Verbauung. Laichwanderungen wurden so verhindert, Laichplätze zerstört.

Räuber nicht nur im Wasser

Bei der Besatzmaßnahme wurden 850 Setzlinge in die Vils eingesetzt. 100 Fische kamen nach Wolfsbach (Gemeinde Ensdorf), die restlichen 750 Nasen in die Vils bei Schmidmühlen. Auch wenn es mit Hecht, Zander oder Barsch, aber auch Kormoran, Reiher und Eisvögel viele Räuber gibt, die den Bestand reduzieren werden, hofft Vorsitzender Josef Deml dennoch, dass sich diese Fischart in den nächsten Jahrzehnten in der Vils wieder etablieren wird.
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