Markt Schmidmühlen geht auf Distanz zu Hitler, Ritter von Epp und Schemm
Von wegen Ehrenbürger

Lokales
Schmidmühlen
27.04.2013
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Auf Distanz ging der Marktgemeinderat in der Sitzung am Donnerstagabend zu den im Jahr 1933 ausgesprochenen Ehrenbürgerschaften für Adolf Hitler, den damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Ritter von Epp und den damaligen Kultusminister und Gauleiter der Bayerischen Ostmark, Hans Schemm.

Wie dazu Bürgermeister Peter Braun informierte, waren die Unterlagen in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1897 gefunden worden. "Wer die Unterlagen dort versteckt hatte, das kann nicht mehr nachvollzogen werden."

Entdeckt wurde das Geheft von Verwaltungsleiter Thilo Gawlista bei der Neusortierung von Archivunterlagen aus den Jahren von 1900 bis 1946. Darin befanden sich die verschiedenen Dankschreiben in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1897. In Schmidmühlen hat auch niemand mehr gewusst, dass Adolf Hitler, Hans Schemm (NSDAP-Gauleiter der Bayrischen Ostmark und später Bayerischer Kulturminister), Franz Ritter von Epp (Bayerischer Ministerpräsident) sowie Paul von Hindenburg (der letzte Reichspräsident der Weimarer Republik) die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde zugebilligt bekommen hatten. Unterlagen sind darüber in Gemeindebüchern nicht zu finden.
Für gerichtlich verurteilte Kriegsverbrecher hatte der Alliierte Kontrollrat 1946 in Deutschland den Verlust des Ehrenbürgerrechtes allgemein verfügt. Im Übrigen sei es aber auch so, dass Ehrenbürgerrechte nur zu Lebzeiten des Betroffenen bestehen. Mit dem Tod erlöschen diese automatisch.

Trotzdem: Der Markt distanzierte sich mit einem einstimmigen Beschluss von den damals ausgesprochenen Ehrenbürgerrechten für Hitler, Epp und Schemm.
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