28.01.2018 - 12:08 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Integrierte städtebauliche Entwicklung in Schmidmühlen Bürger wollen und sollen mitreden

Wie kann sich Schmidmühlen künftig weiterentwickeln? Das wollte der Markt von seinen Bürgern wissen. Und die wollen mitreden, wie eine Fragebogen-Aktion zeigt.

Die vielen Leerstände im Ortskern waren eines der größten Anliegen, die Bürger bei der Fragebogenaktion zum integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept in Schmidmühlen äußerten. Bilder: bö (3)
von Paul BöhmProfil

In seinem integrierten städtebaulichen Entwicklungsprogramm (ISEK) definiert der Markt Schmidmühlen derzeit die Entwicklungsrichtlinien für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Wichtige Themenbereiche und Handlungsfelder wie Ortsplanung, Einzelhandel, Wirtschaft, Schule, Kindergarten, Wohnen und Freizeit wurden dafür näher betrachtet.

Auch die Bürger dürfen und sollen ihre Meinung äußern: Dazu gab es im vergangenen Jahr eine Fragebogen-Aktion. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse präsentierten Bürgermeister Peter Braun und Stadtplaner Emil Lehner am Samstagnachmittag im Hammerschloss. Alle Bürger waren um Anmerkungen zur Weiterentwicklung des Marktes Schmidmühlen gebeten worden. Überrascht waren sowohl Lehner als auch Braun von der hohen Rücklaufquote bei dieser Fragebogen-Aktion.

Emil Lehner betonte, dass man bei der weiteren ISEK-Planung den demografischen Wandel einbeziehen müsse. Es gelte jetzt auch, substanzielle Bereiche zu durchleuchten und Hilfestellungen bei der Umsetzung zu geben. Die Bürgerbefragung sei zusammen mit Gesprächsrunden und Ortsbegehungen eine Art von Bestandaufnahme gewesen.

Gute Zensuren stellten die Bürger auf den Fragebögen den politisch Verantwortlichen beim Thema Lebensqualität aus. Weit jenseits der 50-Prozent-Marke lagen hier die Identifikation mit dem Ort, das Bürgerengagement, die Lebensqualität für Ältere und ansprechende Freizeitflächen. Treffpunkte für unterschiedliche Altersgruppen waren zusätzliche Wünsche. Braun merkte dazu an, dass man wohl mit dem Platz der Generationen an der Hohenburger Straße nicht weiterkommen werde: "Die Umsetzung macht da Probleme." Aber es sei vorstellbar, dass man im Bereich des Zusammenflusses von Vils und Lauterach eine Ersatzlösung finden kann.

Vielfach wurde die Frage nach bezahlbarem Wohnraum aufgeworfen - vor allem im Ortskern. Hier, so die Bürger-Meinung, könne man die vielen Leerstände auch für Familien attraktiv machen. Angeregt wurde zudem die Förderung von Projekten, die ein möglichst langes Wohnen im eigenen Haus oder einer Mietwohnung sicherstellen. Soziale Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und Treffpunkte sollten leicht erreichbar sein. Leerstandsmonitoring und Erweiterungen auf städtebaulich relevanten Brach- oder Potenzialflächen würden es möglich machen, Leerstände schneller abzubauen.

Bei den Bürgerversammlungen am Samstag/Sonntag, 24./25. Februar, wird Architekt und Stadtplaner Emil Lehner erneut da sein, um bisher gewonnene Erkenntnisse mit der Bürgerschaft zu diskutieren.

Ein Blick zurück

Zu Beginn er 1980er-Jahre hat es in Schmidmühlen schon einmal eine Langzeitplanung gegeben. Damals standen Baumaßnahmen und die Ortskern-Sicherung im Vordergrund. 2008 konnte schließlich die Hochwasserfreilegung abgeschlossen werden. Bereits 2001 hatte man mit der Gestaltungsfibel finanzielle Anreize für eine Revitalisierung von Gebäuden im historischen Ortskerns gegeben. (bö)



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