21.03.2018 - 20:00 Uhr
Schmidmühlen

Amberg-Sulzbacher Wasserwarte tagen in Schmidmühlen Gutes Trinkwasser: Keine Selbstverständlichkeit

Die Kommunen im Raum Amberg-Sulzbach legen größten Wert auf einwandfreie Wasserqualität. Verantwortlich dafür sind Fachkräfte und Meister der Wasserversorgungen: Diese trafen sich zum Erfahrungsaustausch in Schmidmühlen

Mit Straßenschuhen ins Wasserwerk zu gehen ist verboten. In Schmidmühlen und auch anderswo hat man übergroße Filzpantoffel am Eingang zum reinschlüpfen - und dies gilt auch für Wasserwart Christian Lautenschlager.
von Paul BöhmProfil

Trinkwasser im Überfluss ist nicht überall selbstverständlich: Darauf machte die Runde in Schmidmühlen auch mit Blick auf den heutigen Tag des Wassers aufmerksam. In vielen Ländern der Erde ist es keine Selbstverständlichkeit, immer genügend Wasser zu haben. Sogar kriegerische Auseinandersetzungen um Wasserressourcen gibt es. Selbst in machen Regionen Europas tröpfelt des Trinkwasser nur, oder ist rationiert und damit nur stundenweise verfügbar.

Anders sieht es bei uns aus, auch das wurde in Schmidmühlen deutlich: Unser Leitungswasser hat nach den Worten vieler Tagungsteilnehmer vielfach sogar eine bessere Qualität als gekauftes Mineralwasser. Den Hahn aufzudrehen, sei bei uns selbstverständlich. Doch den Bürgern sei dabei oft gar nicht mehr bewusst, welch kostbares Lebensmittel ihnen zu günstigen Preisen zur Verfügung steht. Dafür sorgen die kommunal ausgerichteten Wasserzweckverbände. Fast in jeder Gemeinde des Landkreises gibt es derartige Zusammenschlüsse. Für diese Daseinsvorsorge geben die Kommunen Jahr für Jahr Millionenbeträge aus.

Rund um die Uhr

Dafür, dass in diesem Bereich alles gut funktioniert, sorgt im ganzen Landkreis geschultes Fachpersonal (Wassermeister, -warte und Techniker) rund um die Uhr. In Schmidmühlen tauschten die Experten jetzt Erfahrungen aus und Informationen zu verbesserten, neuen Arbeitstechniken. Gut 40 Wassermeister/-warte und Vertreter von Behörden des Landkreises und des Wasserwirtschaftsamtes Weiden kamen zu dem Erfahrungsaustausch, organisiert vom Nachbarschaftsleiter der Pettenhofener Gruppe, Elmar Haik.

s Bürgermeister Peter Braun nutzte die Gelegenheit, um den Teilnehmern den Stand "seiner" Wasserversorgung als kommunale Einrichtung vorzustellen.

Aktuelle Themen waren der hygienische Wechsel eines Wasserzählers, die Wasserversorgung bei Festen und Neuerungen in der Gesetzgebung für die Wasserwirtschaft. Hygienesachbearbeiter Michael Dobler vom Landratsamt berichtete über die Ergebnisse der Radon-Untersuchungen im Trinkwasser sowie über die neue Fassung der Trinkwasserverordnung.

Von Firmenvertretern erfuhren die Fachkräfte von Neuerungen in der Herstellung sicherer Verbindungen bei Wasserleitungen aus Polyethylen. Dazu kamen Informationen zur IT-Sicherheit in Wasserwerken und bei sogenannten kritischen Infrastrukturen, zu denen auch die Wasserversorgung gehört.

Viel investiert

Geschult wurden die Fachkräfte zu Fernwirkung und Leittechnik, mit der die Anlagen der Wasserwerke gesteuert werden. Sie überwacht auch Betriebszustände und meldet Störungen. Zudem zeigt diese Technik wichtige Betriebsergebnisse wie den Wasserverbrauch an. Von der Wasserversorgung Schmidmühlen stellte Wasserwart Christian Lautenschlager die von ihm betreuten Einrichtungen vor. Der Fachkreis war erstaunt, wie viel Schmidmühlen im vergangenen Jahrzehnt in seine Wasserversorgung (Neubau eines Hochbehälters und einer Wasseraufbereitungsanlage) investiert hat.

Die Wasserversorgung am Beispiel Schmidmühlen

Wie überall in den Wasserversorgungen steht auch in Schmidmühlen täglich ein Gang durch die dazu gehörenden Einrichtungen auf der To-do-Liste von Wasserwart Christian Lautenschlager. Viele Überprüfungen sind elektronisch gesteuert, doch manches muss Lautenschlager auch noch persönlich kontrollieren.

Dass hinter dem Wasserwerk ein Millionenprojekt für die Daseinsvorsorge der Bürger steckt, ist vielen gar nicht bewusst, wird aber als selbstverständlich genommen.

Zahlen

In den vergangenen zwölf Jahren wurden in Schmidmühlen etwa 3,5 Millionen Euro in die Wasserversorgung investiert. Der Bedarf liegt bei etwa 115 000 Kubikmetern jährlich.

Knapp 50 Kilometer Hauptleitungen sorgen für die Verteilung an etwa 800 Hausanschlüsse. Versorgt werden etwa 2000 Menschen. Der Hochbehälter bei Ofen fasst 900 Kubikmeter (zwei Kammern mit je 450 m3), der Hochbehälter bei Galching 150. Vier Druckerhöhungsanlagen sorgen für genügend Wasserdruck.

Notverbünde halten die Schmidmühlener mit dem Zweckverband der Vils-Naab-Gruppe und mit der Hohenburger Wasserversorgung. Zwei etwa 60 Meter tiefe, artesische Brunnen versorgen das Wasserwerk. Das Einzugsgebiet des geförderten Wassers reicht weit hinein in den Hirschwald. Die Wasserwarte kümmern sich auch um Hausanschlüsse und Hydranten. (bö)

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