Feierliches Gelöbnis des Logistikbataillons 472 in Schmidmühlen
Kein Platz für Einzelkämpfer

Feierliches Gelöbnis in Schmidmühlen. Der Kommandeur des Logistikbataillon 472 Oberstleutnant Alexander Kolb schritt zusammen mit Bürgermeister Peter Braun (mitte) und dem stellvertretenden Landrat Franz Birkl die Ehrenformationen ab.
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Schmidmühlen
10.09.2017
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Stellvertretend für ihre Kameradinnen und Kameraden legten sechs von ihnen den soldatischen Eid an der Truppenfahne ab.

Es ging um Begriffe wie Treue, Zivilcourage, die Verteidigung von Recht und Freiheit sowie um soldatische Tugenden: 20 Rekruten des Logistikbataillons 472 aus der Kümmersbrucker Schweppermannkaserne haben in Schmidmühlen ihr Gelöbnis abgelegt.

Bei einem Appell versprachen die Soldaten öffentlich, tapfer für Freiheit und Recht des Deutschen Volkes einzustehen. "Das ist in der derzeitigen politischen Lage keineswegs selbstverständlich - ich habe großen Respekt und Achtung vor Ihnen", betonte Schmidmühlens Bürgermeister Peter Braun: "Für diesen Dienst verdienen Sie die Achtung und die Anerkennung unserer gesamten Gesellschaft, die in Freiheit und Frieden leben will."

Rund um das Obere Schloss scharten sich zum Gelöbnis viele Zuschauer, darunter auch die Angehörigen der Soldaten, sowie Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen, Vertreter des Militärs, der Reservistenverbände und der Politik. Braun freute sich als Bürgermeister, dass dieses Gelöbnis in Schmidmühlen stattfand: "Haben wir doch seit 1988 enge Verbindungen mit Patenkompanien der Bundeswehr aus der Schweppermannkaserne".

Kerstin Greger dankte als Vertreterin der Rekruten den Ausbildern für das vermittelte Fachwissen. Es sei nicht immer einfach gewesen. Aber: "Aus einem Haufen angereister Individualisten ist in diesen zehn Wochen ein Zug zusammengewachsen - ein Team". Sie erzählte von ersten soldatischen Gehversuchen, dem Einbringen in die neue Gemeinschaft, dem ersten Biwak, von Dauerregen, Alarmposten und nächtlichen Streifen. "Wir sind durch dick und dünn gegangen und jeder kann nach seiner Grundausbildung sagen: Wir haben das vereint gemeistert".

Disziplin und Gehorsam

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Alexander Kolb sprach von außergewöhnlichen zehn Wochen, die hinter den Rekruten liegen. Durch ihren Dienst, die Entfernung zu Partner und Familie sei nicht nur die Telefonrechnung enorm belastet worden. "Mit diesem Schritt, in die Bundeswehr einzutreten, hat sich Ihr Leben deutlich verändern." Disziplin, Befehl und Gehorsam hätten das lockere Miteinander in Schule und Beruf ersetzt. Der Dienst als Soldat erfordere Ausbildungen mit teils erheblicher körperlicher Belastung. Dies sei ein besonderes Alleinstellungsmerkmal dieses Berufes, das ihn von fast allen anderen unterscheide. "Hier ist Teamwork gefragt: Nur gemeinsam können sie diesen Herausforderungen begegnen". Für Einzelkämpfer auf einsamer Mission sei hier kein Platz.

Neben dem Beherrschen der Waffe, des militärischen Geräts und dem Bestehen in Gefechtssituationen sei politische Bildung wichtiger Bestandteil der Ausbildung zum modernen Soldaten. Das Aufgabenspektrum der Bundeswehr unterliege "einem ständigen Änderungsprozess", machte Kolb deutlich. Neben den Stabilisierungseinsätzen der vergangenen Jahren auf dem Balkan und in Afghanistan rückten nun vermehrt Ausbildungsmissionen in Krisenstaaten wie Mali, Irak und Somalia in den Vordergrund.

Ehrensalut und Fahnen

Das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim unter Leitung von Oberstabsfeldwebel Bernd Sieg begleitete das Gelöbnis in Schmidmühlen. Die dortige Reservistenkameradschaft schoss den Ehrensalut und stellte eine Fahnenabordnung.

Fordernde Aufgaben für die LogistikerFordernde Aufgaben würden an das Logistikbataillon 472 gestellt, betonte Kommandeur Alexander Kolb. Quartal dieses Jahres hätten seine Soldaten die logistische Unterstützung in Somalia, im Kosovo und in Afghanistan sichergestellt. Und: "Im Afghanistaneinsatz arbeiten derzeit Soldaten der Bundeswehr selbstverständlich auch mit Soldaten des Nato-Partners Türkei intensiv zusammen." Die sehr gute Zusammenarbeit und die persönlichen Kontakte mit türkischen Soldaten zeigten, wie wünschenswert eine Verbesserung der derzeitig schwierigen Beziehungen zwischen beiden Ländern sei. Als Kommandeur hoffe er, "dass die türkisch-deutsche Freundschaft die momentane Belastungsprobe überdauert und wir weiterhin unsere militärischen Aufträge in den Einsatzgebieten gemeinsam erfüllen können". Nach der Annektierung der Krim durch russische Streitkräfte und angesichts der Bedrohung für die osteuropäischen Bündnispartner gelte es, Kräfte für einen wirksame Landes- und Bündnisverteidigung bereitzuhalten. (bö)


Für diesen Dienst verdienen Sie die Achtung und die Anerkennung unserer gesamten Gesellschaft, die in Freiheit und Frieden leben will.Bürgermeister Peter Braun zu den Rekruten
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