Jahresabschlussgottesdienst in Schmidmühlen
Es gibt nicht nur eine Antwort

"Sei gesegnet mit einem großen Ja zu dir selbst, aber bleibe offen für Neues." Zitat: Pfarrer Werner Sulzer
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Schmidmühlen
04.01.2017
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Immer wieder stellt sich zum Jahreswechsel die Frage, was die nächsten zwölf Monate wohl bringen mögen. Pfarrer Werner Sulzer konnte beim Abschlussgottesdienst einige Antworten geben.

In seiner Predigt wandte sich der Geistliche in Anlehnung an einen thematischen Adventkalender mit den Worten an die Gemeinde (auszugsweise): "Sei gesegnet mit einem großen Ja zur Welt, aber gib dich nicht zufrieden mit dem, wie sie ist. Sei gesegnet mit einem großen Ja zum Mitmenschen, aber sag nicht zu jedem Verhalten Ja und Amen. Sei gesegnet mit einem großen Ja zu dir selbst, aber bleibe offen für Neues."

Die Welt wird schriller

Doch 2016 habe es nicht gerade einfach gemacht, dieses vielschichtige Ja zu entbieten, resümierte Sulzer. Die schrillen Töne in der Gesellschaft hätten erschreckend zugenommen, der weltweite Terror sei nahe und näher gerückt, um mit dem Anschlag in Berlin endgültig in Deutschland anzukommen zu sein. In der EU knirsche und krache es an allen Ecken. Und der Umstand, dass in wenigen Tagen "ein aus dem Bauch heraus denkender Egomane der mächtigste Mann der Welt wird, erfüllt mich nicht gerade mit Zuversicht", bekannte Sulzer offen. Da stelle sich schon die Frage, wie dieser Welt ein großes Ja zu entbieten sei. Doch es gebe auch gegenteilige Erfahrungen. Menschen, die einen unterstützen, ermutigen und zur rechten Zeit auch kritisieren würden, Menschen, mit denen man lachen und weinen könne. Doch auch bei dieser Betrachtung gebe es immer wieder herbe menschliche Enttäuschungen.

Offenheit unverzichtbar

Doch Sulzer zieht nicht zuletzt daraus die Erkenntnis, dass es "das große Ja Gottes, das diese Welt trägt, das mein Leben durchdringt, das jedem einzelnen Menschenleben zugrundeliegt", gebe, "weil die Welt andernfalls schon lange zugrunde gegangen wäre". Dieses Ja sei da, es müsse nur angenommen werden. Nicht nur individuell, sondern auch von den Mitmenschen, um es so auf die ganze Welt zu übertragen. Vor diesem gedanklichen Hintergrund forderte der Pfarrer die Gottesdienstbesucher auf: "Denken Sie zurück an das vergangene Jahr, welche Ereignisse der Welt kommen Ihnen da in den Sinn. Welche Schlagzeilen haben sich in Ihnen festgesetzt?"

Damit kam Sulzer auf seine einleitenden Sätze zurück. "Sei gesegnet mit einem großen Ja zur Welt, aber gib dich nicht zufrieden mit dem, wie sie ist." Aus diesem Blickwinkel sollten die guten und schlechten Erfahrungen des vergangenen Jahres gesehen werden. Besonders im Verhältnis zu den Menschen um einen herum. "Sei gesegnet mit einem großen Ja zum Mitmenschen, aber sag nicht zu jedem Verhalten Ja und Amen."

Sei gesegnet mit einem großen Ja zu dir selbst, aber bleibe offen für Neues.Pfarrer Werner Sulzer


Jahresstatistik der PfarreiIm Jahresabschlussgottesdienst legt Pfarrer Werner Sulzer jeweils auch Zahlen zur Entwicklung in der Pfarrei vor. 2016 war von folgenden Zahlen gekennzeichnet: Getauft und damit in die römisch-katholische Kirche aufgenommen wurden 21 Kinder. 14 Kinder gingen erstmals zur Heiligen Kommunion, zwei Paare ließen sich kirchlich Trauen. 23 Pfarreimitglieder wurden zu Grabe getragen. (bjo)
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