01.03.2018 - 20:00 Uhr
Schmidmühlen

Kochen beim Fischereivereins Fisch frisch auf den Tisch

Die Fastenzeit ist traditionell im christlich geprägten Bayern auch die Fischzeit. Da liegt es eigentlich nahe, dass sich ein aktiver Fischereiverein wie der in Schmidmühlen sich dieses Themas widmet - ganz und gar kulinarisch.

Michael Donhauser und Manuela Madsen zauberten verschiedene Fischgerichte auf die Teller. Bild: pop
von Autor POPProfil

Der neue Vorstand, federführend mit Manuela Madsen, setzte eine Idee in die Tat um und organisierte eine Kochvorführung mit dem Thema Nordmeerfisch. In Zusammenarbeit mit dem Fahrrad-Koch Michael Donhauser wurden von Madsen vier typisch skandinavische Gerichte zubereitet. Die Skandinavien-Expertin zeigte als Vorspeise, wie man einen Seafood-Chowder zubereitet.

Diese irische Fischsuppe beinhaltet neben Dorsch und Lachs auch Meeresfrüchte wie Muscheln, Shrimps und grönländische Eismeergarnelen sowie viel Sahne. Als zweites Gericht folgte ein Probiererle vom Steinbutt-Kabeljau-Duett nach einem norwegischen Rezept im Ganzen auf einem Gemüsebett zubereitet. Hier spielen Zwiebelgewächse und Petersilienwurzeln sowie Pastinaken die Hauptrollen, die Norwegens Mangel für abwechslungsreichen Gemüseanbau aufzeigen. Aus den Resten der im Ofen gegarten Fische, die auch im Ganzen gelassen werden, kann man einen herrlichen Fischfond herstellen, der sich problemlos eingefrieren lässt, erklärte Madsen.

Als Hauptgericht servierte die Hobby-Köchin, die mit einem Dänen verheiratet ist und in Kümmersbruck lebt, Dorschpflanzerln nach dem Rezept ihrer dänischen Schwiegermutter Anny Madsen. Trotz Feinkosterfahrung, so Manuela Madsen, dient hier ein rustikaler Kinnspeck als wichtiger Geschmacksträger: Dänemarks Schweinezucht lässt grüßen. Die Fischfrikadellen werden, anders als die uns bekannten Fischpflanzerln, in dreieckiger Form gebraten und mit einem Smörbröd, also einem Butterbrot, für das die skandinavische Küche berühmt ist, oder Kartoffeln serviert. Ein bayerischer Kartoffelsalat passt hier aber genauso gut. Madsen wählte einen Mittelweg und servierte ein gebuttertes Kartoffelbrot, gebacken vom Hutzelhof-Bäcker Christian Bauer. Zuletzt gab es einen Flachfisch namens Kliesche oder Ising, dänisch wird dieses Gericht Bakskuld genannt. Der stark rauchig-salzig schmeckende Fisch wird im Ganzen vorab gesalzen und geräuchtert sowie luftgetrocknet, danach nur kurz erwärmt und findet seinen Geschmackspartner im Rugbröd, dem Roggenbrot, das in Schweden und Dänemark vorzugsweise zu Fisch wie Hering oder Scholle gegessen wird. Bakskuld wird traditionell auf einer kleinen Nordsee Insel Fanö serviert und ist außerhalb dieser wenigen bekannt.

Der Erlös der Veranstaltung kommt Besatzmaßnahmen des Fischereivereins zu Gute, der sich mit seinem Artenhilfsprogramm rund um Vils und Lauterach unter anderem um den Erhalt seltener, heimischen Arten bemüht. Ein besonderer Dank des Teams galt Koch Michael Donhauser, der die Veranstaltung fachkundig begleitete und seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.