22.04.2018 - 14:40 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Noch viele Aufgaben zu erfüllen Wasser ist immer eine sensible Sache

Die EU möchte die Qualität der Fließgewässer verbessern. Viel ist in Schmidmühlen bereits geschehen. Aber die Liste ist noch lange nicht abgearbeitet. Und die Zeit drängt.

Eine gute Durchlässigkeit der Vils kann man mit der Fischtreppe in Emhof sehen. Sie wurde bei der Besprechung als vorbildlich bezeichnet. Bilder: bö (2)
von Paul BöhmProfil

Schmidmühlen . (bö) Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hatte Fachbehörden aus Landwirtschaft und Fischerei, Triebwerksbesitzer, Kommunen, Behörden, und Fischereiberechtigte ins Schmidmühlener Rathaus zu einer Besprechung eingeladen. Es ging um die Umsetzung der EG-Wasserentnahmerichtlinie. Ein Ziel ist es, auch den knapp 15 Kilometer langen Vils-Abschnitt von Schmidmühlen bis Kallmünz qualitätsmäßig auf Vordermann zu bringen.

Abteilungsleiter Hans Weiß vom Wasserwirtschaftsamt sagte, dass die EU-Richtlinie vorsieht, diejenigen Flusswasserteilbereiche der Vils zu verbessern, die aufgrund diverser Defizite den sogenannten guten ökologischen Zustand und auch das gute ökologische Potenzial derzeit nicht erreichen. Dazu gehören Maßnahmen für den Teilbereich der Vils von der Einmündung der Lauterach in Schmidmühlen bis zu Einmündung der Vils in die Naab in Kallmünz.

"Noch ist nichts in Stein gemeißelt, wie wir einen guten Allgemeinzustand der Gewässer und des Grundwassers wieder herstellen können", meinte Peter Fröhlich vom Wasserwirtschaftsamt. Auch das Abwasser und die Ausbringung von Dünger und Spritzmittel spielten eine große Rolle. Dazu komme aber auch die Betrachtung verschiedener Trockentäler, die nur zu bestimmten Anlässen, wie Starkregenfällen oder Schneeschmelze Wasser führen: "Das ist eine Langfristplanung, die wir jetzt gemeinsam angehen werden". Als Umsetzungstermin nannte er einen Zeitraum bis 2022 mit optionalen Verlängerungen bis 2027. Hintergrund ist auch die Feststellung, dass fast bei allen Gewässern in unserer Region Quecksilbereinträge vorhanden sind, informierten die Vertreter des Wasserwirtschaftsamts.

Zeitplan bis 2027

Ausgangslage sei die Feststellung, "dass wir momentan in diesem Bereich der Vils keine sehr guten Gewässerqualitäten vorweisen können", sagte Fachbereichsleiter Peter Fröhlich. Nährstoff- und Erosions-Einträge, aber auch die Belastungen durch Landwirtschaft und Fischereibetriebe bereiteten Sorgen, "wie wir den Zeitplan bis 2027 einhalten können".

Die Gewässerstruktur-Kartierung zeige an der Vils häufig stark wechselnde Abschnitte. Schlechte Strukturen befänden sich in den Staubereichen des Triebwerkskanals Emhof und Traidendorf. Ein guter Zustand habe sich jeweils unterhalb der Ortschaften Schmidmühlen, Emhof und Pettenhof eingestellt, so Fröhlich. Bei den Triebwerken in Emhof, Dietldorf, Traidendorf und Kallmünz sei die Schaffung der Durchgängigkeit mittels Fischtreppen bereits erfolgt. Beim Triebwerk in Traidendorf sei vom Betreiber beispielhaft im Altbett der Vils unterhalb der Fischaufsteige-Anlage eine Strukturverbesser ung (Störsteine) erreicht worden. Aber: "Derzeit sind noch Stoffeinträge aus landwirtschaftlichen Flächen in Steillagen und Trockentälern insbesondere bei Starkregen zu verzeichnen, die es in gemeinsamen Arbeitsgruppen abzuarbeiten gibt." Hier sei die Öffentlichkeit noch nicht informiert worden. Die Vertreter der Fachstellen werden sich zur Lösungsfindung zusammensetzen.

Was ist künftig zu tun? Eine der ersten Aufgaben werde es sein, bestimmte Uferbereiche zu erwerben. Den Flächenbedarf schätzen die Fachleute mit einem etwa zehn Meter breiten Uferstreifen ein, der gelegentlich auch kaufbare Gesamtgrundstücke mit einschließen soll.

Etwa 5,5 Hektar

Der Gesamtbedarf wurde mit etwa 5,5 Hektar angegeben. Ein Flächentausch mit Grundstücksbesitzern im Uferbereich mit Flächen aus dem Eigentum des Freistaates Bayern werde vorrangig angestrebt. Eine erste Kostenschätzung für den Freistaat wurde einschließlich verschiedener Grunderwerbe mit 650 000 Euro beziffert.

Aus dem Maßnahmenkatalog wurden vor allem kleinere, strukturierte Anpflanzungen in Uferbereich, Totholzeinlagerungen und die Reduzierung der Nährstoff- und Feinmaterialeinträge durch Erosion und Abschwemmungen aus der Landwirtschaft genannt. Einen Schwerpunkt der Arbeiten in den kommenden Jahren sieht Konrad Seilbeck vom Wasserwirtschaftsamt aus Regensburg in der Entwicklung von Ufergehölzen in geeigneten Bereichen.

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