27.12.2017 - 20:00 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Weihnachten in der Pfarrei Schmidmühlen Dem Kind in sich Platz geben

Das Weihnachtsfest wird in der Pfarrei mit durchwegs sehr gut besuchten Gottesdiensten in der Pfarrkirche würdig begangen. Am Heiligen Abend gehen eine Kinderkrippenfeier und eine Christmette über die Bühne. Auch das Friedenslicht kann mit nach Hause genommen werden.

Das 28-köpfige Ensemble der Schola führte zur Kinderkrippenfeier das Spiel "Mitten in der Nacht" auf. Bild: bjo
von Johann BauerProfil

Die Krippenfeier umrahmte die Bläsergruppe der Blaskapelle St. Ägidius und die Schola. Dabei führten 28 Kinder vor dem Altar das Spiel "Mitten in der Nacht" auf. Hinterher verteilte Pfarrer Werner Sulzer faltbare Krippen an die Kleinen. Zur Christmette sang der Kirchenchor unter anderem das Gloria von Hermann Angstenberger Transeamus usque Bethlehem von Joseph Schnabel unter Leitung von Roland Nitzbon. Volksgesang mit Weihnachtsliedern war am 1. Feiertag angesagt, am 2. trug beim Festgottesdienst Männergesangverein vierstimmige Lieder vor. Bei Gottesdiensten war Pfarrer Werner Sulzer gefordert.

Er dankte allen, die diese Festtage mitgestaltet haben. In seiner Predigt sagte er: "Obwohl sich der Kommerz dieses Festes bemächtigt hat wie keines anderen, obwohl Kitsch gerade an Weihnachten Hochkonjunktur feiert, besitzt Weihnachten immer noch eine enorme Ausstrahlung. Dieses Fest rührt Menschen ganz tief, bringt ganz tiefe Seiten in uns zum Schwingen, die sonst im Alltag oft verborgen bleiben." Trauer und Verlust würden an diesem Tag stärker schmerzen als sonst, "Sehnsüchte, die wir fast schon vergessen hätten, melden sich zu Wort, ein hochemotionales Fest." Was habe dieses Fest an sich, dass es uns derart tief berührt? "Ich glaube", so Sulzer, "es ist das Kind und der Glaube, die ganz tiefe Schichten in uns ansprechen." Das zeige sich auch an Demenzkranken. Am längsten reagierten sie auf kleine Kinder und Gebete: "Offensichtlich ist das ganz tief in uns verankert - tiefer als der Verstand." Das Jesuskind bringe diese Seiten in uns zum Schwingen. Es erinnere uns an unsere eigenen Kinderzeiten, als das Leben nicht todernst, sondern noch viel lustiger, unbeschwerter war.

Freilich hätten sich um unser kleines, verletzliches Kind im Laufe des Lebens viele Schalen, Schichten und Schutzpanzer gelegt. "Anders hätten wir vermutlich gar nicht überlebt." Der Ernst des Lebens fordere Tribut, die Arbeitswelt trimme uns auf hart. Unzählige Male seien wir enttäuscht und verletzt worden. Und so lege sich Schale um Schale um dieses Kind.

In dieser Nacht nun sei es, als ob diese harten Schalen kleine Risse bekämen, so dass selbst hart gesottene Kerle ein wenig sentimental werden. Wir könnten nicht so tun, als ob wir all die schlechten Erfahrungen nicht gemacht hätten, wir könnten nicht tun, als ob wir kleine Kinder wären, wenn wir Erwachsene sind und Verantwortung tragen für einen Betrieb, für den Beruf, für die Familie. Und dennoch sei wichtig, dem Kind in sich einen guten Platz zu geben und zwar nicht nur einmal im Jahr für ein paar Stunden an Weihnachten.

Am Ende betonte Pfarrer Sulzer: "Weihnachten übt eine ganz eigene Faszination aus. Wichtig ist es, diese Faszination, die Faszination des Kindes, nicht auf Weihnachten zu beschränken, sondern aus dieser Faszination das ganze Jahr über zu leben.

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