21.07.2017 - 11:44 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Buchberghütte feiert runden Geburtstag: 50 Jahre und noch viele Pläne

Früher soll es hier oben ein Schloss gegeben haben. Besagt zumindest eine Legende. Wer sich heute auf die Suche danach begibt, landet bei einem anderen Prachtbau - der Buchberghütte. Sie feiert jetzt einen runden Geburtstag.

So schön präsentiert sich die Buchberghütte heute: Nach vielen Umbauten ist ein Kleinod für Wanderer und Heimatfreunde entstanden. Bilder: Grieger (4)
von Autor SHProfil

Seit fünf Jahrzehnten schreibt die 550 Meter über dem Meeresspiegel liegende Buchberghütte des Heimat- und Volkstumsvereins Ehenbachtaler Schnaittenbach Geschichte. Der allseits beliebte Treffpunkt für Wanderfreunde und Gäste aus nah und fern am mythenumrankten Buchberg, dem Hausberg der Schnaittenbacher, feiert heuer seinen 50. Geburtstag. Idealer Rahmen ist das Buchbergfest, das seit etwas mehr als fünf Jahrzehnten am Festplatz direkt neben der 50 Jahre alten Waldbühne abgehalten wird.

Der Buchberg mit der Trachtlerhütte, dem Kircherl, Landgrafdenkmal, der oberen Wanderhütte, dem Gipfelkreuz, dem Kinderspielplatz, Buchbergfest und Theateraufführungen ist neben seiner landschaftlichen Schönheit auch als historische Stätte beachtenswert. Auf dem Höhenzug thront die vorgeschichtliche Keltenschanze und ein Burgstall, der den Namen Schlößl trägt.

Vor dem Verfall gerettet

Der ursprüngliche Treffpunkt als Rast- und Unterstellplatz für Heimatfreunde und Wanderer war die obere Wanderhütte, eine Holzhütte im Staatswald, die früher den Forstarbeitern als Schutzhütte diente. Nachdem sie längere Zeit nicht mehr genutzt wurde, drohte sie zu verfallen. Um sie zu erhalten, pachteten die Ehenbachtaler diese Hütte von der Forstverwaltung an und renovierten sie von Grund auf. Hüttenwirt Wolf Rösch versorgte die Wanderer mit Speis und Trank. Danach kümmerte sich jahrzehntelang der zweite Trachtler-Vorsitzende Sepp Lang mit Herzblut um den Unterhalt dieses Kleinods.

Nach dem Anpachten des weiter unten liegenden Waldgebiets von der Stadt errichteten freiwillige Helfer des Trachtenvereins und Idealisten unter Trachtlervorstand Res Bergmann in dreimonatiger Bauzeit nach den Plänen des Buchbergfreunds Ernst Daiber mit einem Kostenaufwand von 25 000 Deutschen Mark die erste Buchberghütte mit Bühne, Toiletten und Geräteraum. Spatenstich war am 29. April 1967. Die Einweihung erfolgte vor 50 Jahren, beim Buchbergfest am 6. August 1967.

Die Vereinsmitglieder waren glücklich, über ein eigenes Gebäude zu verfügen und vor allem über ein festes Bühnenfundament, das nicht mehr zu jedem Buchbergfest auf- und abgebaut werden musste. Außerdem war es möglich, Spaziergänger und Wanderer an einer Flaschenbierschänke zu bewirten. 15 Jahre lang tat die erste Hütte ihren Dienst. Nachdem der Zulauf von Buchbergfreunden immer größer und damit die Hütte zu klein wurde, entschloss sich der Verein, das Gebäude mit einem Anbau und einer Aufstockung nach Norden hin zu versehen. Baubeginn hierfür war am 13. November 1982, die Einweihung erfolgte am 24. Juli 1983. Vier Jahre später ging der Verein erneut unter die Bauherren und erweiterte die Hütte um eine WC-Anlage mit Keller, versorgte sie mit Unterstützung der Stadt mit einer von Demenricht her verlegten Wasserleitung samt Strom und errichtete eine Abwasseraufbereitungsanlage mit Klärweiher. Beim Buchbergfest 1988 feierten die Ehenbachtaler Einweihung.

Dach kommt noch dran

26 Jahre später der nächste Umbau. Ausschank, Getränkelager und Küche erwiesen sich immer wieder, besonders bei größeren Veranstaltungen, als zu beengt. Außerdem mussten die Verantwortlichen den Behördenauflagen nachkommen. Nachdem seitens des neuen Vorsitzenden Peter Meier Formalitäten und Finanzierung, vor allem mit der Stadt, geklärt waren, begann der Verein nach dem Buchbergfest im August 2014 mit den Um- und Erweiterungsarbeiten. Der Neubau wurde total unterkellert, die Bühne mit neuem Dachvorsprung erweitert, ein Wintergarten mit Fußbodenheizung erstellt, eine neue Auffahrt angelegt.

Trachtler und Buchbergfreunde leisteten dabei einige Tausend freiwillige Arbeitsstunden. Nach nur achtmonatiger Bauzeit konnte die Hüttenerweiterung am 28. März 2015 offiziell gefeiert und seiner Bestimmung übergeben werden. Die neue, schmucke Trachtlerhütte fügt sich nahtlos und harmonisch in die Buchberglandschaft ein und ist das Aushängeschild des Heimat- und Volkstumsvereins Ehenbachtaler. Dies dürfte jedoch noch nicht die letzte Baustelle gewesen sein, denn Trachtlerchef Peter Meier plant in absehbarer Zeit, das marode Dach der alten Hütte aus dem Jahre 1983 neu einzudecken. Vorausgesetzt, der Verein kann das finanziell schultern. Der 50. Geburtstag der Buchberghütte wird sicherlich beim diesjährigen Buchbergfest am Sonntag, 6. August, gebührend gefeiert werden.

Buchbergfest

Am ersten August-Wochenende pilgern die Freunde des Buchbergs wieder zum Festplatz bei der Hütte. Mit Pop- und Rockmusik läutet die Band Intermezzo das Buchbergfest am Freitag, 4. August, ab 20 Uhr ein. Am Sonntag, 6. August, findet um 10 Uhr ein feierlicher Waldgottesdienst statt, danach lädt das Hüttenteam ab 11 Uhr zum Mittagstisch ein. Die "Nachkirwa" feiern die Hüttenpächter am Montag, 7. August, ab 17 Uhr.

Der Buchberg (667 Meter über dem Meeresspiegel) gehört geologisch zum Naabgebirge, dem westlichsten Ausläufer des Oberpfälzer Waldes. Auch der Johannisberg bei Freudenberg, der Rotbüh, der Kulm bei Nabburg und der Friedrichsberg bei Trisching werden diesem Bergland zugeordnet. (sh)

 

 

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