Buchbergbühne probt ihre aktuelle Komödie
Dracula am Berg: Das hat Biss

Ein heißer Feger, diese Gräfin Dracula. Aber Vorsicht! Kerstin Donhauser (vorne) und ihr Bühnen-Gatte Christian Rubenbauer (hinten) können richtig bissig werden mit ihren Vampirzähnen. Schließlich gibt es für sie weit und breit kein Tröpfchen frisches Blut mehr. Eine falsche Erbschaftsurkunde soll für Nachschub sorgen und ein Blutsauger-Opfer ins Schloss locken. Ob das mal gut geht? Geht es natürlich nicht. Sonst hätte das Publikum ja nix zu lachen auf dem Buchberg. Bild: Petra Hartl
Kultur
Schnaittenbach
09.05.2011
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Gut möglich, dass Dracula Haftcreme braucht, damit ihm seine Blutsaugerzähne nicht ausfallen. Die sind übrigens echt. Oder jedenfalls so gut wie: Für ihr neues Stück "Dracula - Komödie mit Biss" hat die Freilichtbühne am Buchberg spezielle Zahnprothesen anfertigen lassen, damit ihre Vampire auch wirklich richtig "Biss" haben.

An die Vampir-Zähne mussten sich die "Dracula"-Darsteller Christian Rubenbauer und seine Schauspieler-Kollegen erst gewöhnen: Ein bisschen Übung ist schon nötig, um mit den spitzen Prothesen, die über die echten Eckzähne gesteckt werden, normal sprechen zu können.

Haftcreme für Dracula

Das klappt inzwischen sehr gut. Dafür haben sich Draculas Bühnen-Beißerchen ein bisschen gelockert. Deshalb kommt jetzt vermutlich doch Haftcreme ins Spiel. Wäre schließlich blöd, wenn dem Chef-Blutsauger mitten auf der Bühne die Vampirzähne ausfielen. Die Bühne, das ist in diesem Jahr ein ganz eigenes Kapitel auf dem Buchberg: Das mächtige Dracula-Schloss, das sich an der Rückseite der Buchberghütte erhebt, ist die bislang größte Kulisse des Schnaittenbacher Theatervereins.

Transsilvanien am Buchberg

Selbstverständlich alles selbst gebaut: Unzählige Stunden haben der "Äierl" alias Peter Kraus und seine Kollegen vom Bühnenbau investiert, um Transsilvanien auf den Buchberg zu holen. Stattliche 13 Meter breit und fünf Meter hoch ist das Schloss, errichtet in Holzständerbauweise, mit täuschend echten Mauersteinen aus Styropor verkleidet. Auch die Zuschauertribüne wurde ergänzt, die 600 untergelegten Europaletten braucht's jetzt nicht mehr. Spenden für diese Anschaffung könnte der Verein dagegen sehr gut gebrauchen: Dafür verlost er Karten und sogar eine Gastrolle fürs nächste Stück.
Natürlich ist der Dracula vom Buchberg nicht von gestern. Er liebt seinen Großbildfernseher. Und guckt vom Sarg aus Teleshopping. Klingt ganz schön schräg. Ist es auch. "Das Stück ist wirklich schrill - und krass komisch", so beschreibt es der Theaterverein auf seiner Internetseite. Wieder etwas ganz anderes halt. Und damit doch so ganz typisch Buchbergbühne: Spielleiter Stefan Reindl und seine Mitstreiter genießen es, sich nicht auf ein Genre festlegen zu müssen und immer wieder mal was Neues auszuprobieren. Ausprobiert wird derzeit fleißig auf dem Buchberg, schließlich ist die (ausverkaufte) Premiere schon am 28. Mai.

Als die AZ am Freitagabend vorbeischaut, haben gerade die Kinder des Theatervereins ihren großen Auftritt: Sie üben ihren "Tanz der kleinen Vampire". Natürlich zu Michael Jacksons "Thriller". Dem King of Pop hätte es sicher gefallen, wie der Nachwuchs übers Parkett stampft und dazwischen gar gruselig knurrt. Und der Proben-Zaungast bekommt einen ersten Eindruck davon, wie schauderhaft-schön das alles wirken wird, wenn alle kostümiert sind und es erst mal richtig dunkel ist. "Da darf ruhig amal a schaurige Hand von hinten kommen", kündigt Spielleiter Stefan Reindl schon mal an.

Es darf gelacht werden

Ein bisschen Gänsehaut ist also sicher dabei. Vor allem bei denen, die sich nicht warm genug anziehen. Ansonsten darf hauptsächlich viel gelacht werden: Dieser Dracula lebt nicht nur von Blut, sondern von reichlich Wortwitz. Dass sich auch die Schauspieler köstlich amüsieren, liegt nicht nur an den Gags. Gerade prusten alle los, weil der Äierl als buckeliger Diener Igor mit wunderbar "transsilvanischem" Akzent einen Texthänger hat. Zefix! Das ist mindestens so ein Brüller wie die Probenszene, in der sich der Rollstuhl - ein Requisit vom Sperrmüll - nicht mehr bewegen ließ, als Draculas Opa dort Platz genommen hatte: Ob nun der Opa zu schwer war oder in den Reifen einfach zu wenig Luft, hat sich nicht aufgeklärt. (Hintergrund)
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