07.05.2018 - 17:32 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Die Freilichtbühne am Buchberg probt den "Holledauer Schimmel" [Video] Theater ist hier Familiensache

Noch wird geprobt. Ihr neues Stück hat die Freilichtbühne am Buchberg aber längst verinnerlicht. Auch wenn's noch ein paar Text-Hänger gibt: Den höchst unterhaltsamen Streit zwischen Haselbach und Banzing nehmen die Akteure sogar mit nach Hause. Und hinein in ihre Whats-App-Gruppe. Da werden schon mal die "Banzinger Dummschwätzer" angesprochen.

Im Stück kommt sie nur am Rande vor - aber die "historische" Kegelbahn macht einfach Spaß. Deshalb haben die Theaterleute sich auch die Mühe gemacht, und wirklich eine zusammengebaut. Hier dürfen die Zuschauer auf dem Weg zur Vorstellung alle Neune ins Visier nehmen. Bilder: Petra Hartl (2)
von Heike Unger Kontakt Profil

 
Ist natürlich nur Spaß. Den haben die Schauspieler jetzt schon mit ihrem neuen Stück. Zwei verfeindete Ortschaften, die ihre ewige Fehde endlich begraben wollen - bis ihnen eine Erbschaft einen Strich durch die Rechnung macht: Darum geht's im "Holledauer Schimmel". Das "Schelmenstück aus dem Hopfenlande" von Alois Johannes Lippl bringen Spielleiter Stefan Reindl und seine Truppe diesmal auf die Buchberg-Bühne.

Eine Gaudi für die ganze Familie. Das gilt sowohl für die Zuschauer als auch für die Schauspieler. Denn Theater ist am Buchberg Familiensache. Im wahrsten Sinne. Zum Beispiel bei den Reindls: Vater Stefan ist der Regisseur, seine Frau Julia steht ebenso auf der Bühne wie die Töchter Teresa und Eva. Und Onkel Sepp, im echten Leben Schnaittenbachs Bürgermeister, sowie sein Sohn Sebastian, im Stück der männliche Hauptdarsteller, mischen auch noch mit. Aber es geht noch komplizierter. Etwa wenn Sebastian Reindl seine Zusammenfassung liefert: "Ich soll im Stück was mit meiner echten Cousine haben. Ich will aber was von der Schwester meiner echten Freundin, die im Stück was mit ihrem Bruder hat." Alles klar?

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Rauferei mit Textbuch

Nach diesem Satz, den er aufsagt, ohne zu stocken, muss sogar Sebastian Reindl lachen: "Des is ned einfach", gibt er zu. Aber höchst amüsant. Das zeigt schon die Anfangsszene, die die Freilichtbühne am Samstag probt. Im Theater-Wirtshaus wird munter gesungen und getrunken. Und gerauft. Momentan noch mit Textheft. Und mit einem Bühnen-Bürgermeister, dem grade partout nicht einfällt, was er sagen muss. Großes Gelächter unterbricht die Szene. Und eine Ermahnung vom Spielleiter: "Programm für morgen: Text, Text, Text." Schließlich ist in drei Wochen Premiere.

Aber Zeit, um auf dem Weg dahin miteinander zu lachen, ist trotzdem noch. Und um eine ruhige Kugel zu schieben. Dafür sorgt die "echt historische Kegelbahn", die die Theatertruppe aufgebaut hat. Die kommt im Stück zwar nur am Rande vor. Aber sie macht einfach Spaß. Zum Beispiel, wenn die Zuschauer auf dem Weg zu ihren Plätzen schnell mal ein paar Kegel fallen lassen. Gut möglich, dass sich die Freilichtbühne dazu noch was einfallen lässt. Zum Beispiel ein Schnapserl für alle Neune.

Im Bühnenwirtshaus gibt's momentan noch nichts zu trinken. Dafür stehen mit leeren Krügen gerade fast 40 Leute auf der Bühne. Gar nicht so einfach, so viele Akteure unter einen Hut zu bringen, räumt Stefan Reindl ein. Selbst zur Generalprobe können nicht alle da sein, die mitspielen. Das wird tatsächlich erst bei der ersten Aufführung der Fall sein. "Aber wir spielen schon lang genug zusammen, das klappt schon." Auf der anderen Seite freut sich Reindl, dass so viele Aktive mitmachen. Und ganz besonders, dass das Familien-Hobby Theater Früchte trägt: Diesmal spielen "die Jungen" die Hauptrollen. Die vor Jahren wirklich "ganz klein" angefangen haben - als Kinder in Statistenrollen.

Ein Pferd auf dem Berg

Und was ist jetzt eigentlich mit dem Holledauer Schimmel? Holen die Schnaittenbacher diesmal wirklich ein Pferd auf ihren Berg? Reindl schmunzelt. "Vielleicht kommt ja eins zur Premiere." Pferdebesitzer Wolfgang Gerhards, unvergessen als Professor Bömmel in der Feuerzangenbowle, und auch diesmal auf der Bühne, ist alles zuzutrauen. Auch, dass er seine Schwierigkeiten mit der "Sankt-Kastulus-Kapelle" im Stück absichtlich hat. Er nennt das Kirchlein gerne mal Kaktus-Kapelle. Oder Kakadu-Bar. Eine kleine Hommage an die Bettleroper die die Schnaittenbacher in den beiden vergangenen Jahren inszeniert haben.

Fast ausverkauft

Den "Holledauer Schimmel" bringt die Schnaittenbacher Freilichtbühne insgesamt sieben Mal auf den Buchberg. Spätentschlossene haben allerdings Pech: Sechs Vorstellungen sind bereits komplett ausverkauft. Mit etwas Glück kann man aber über eine Warteliste noch nachrutschen, wenn jemand Karten zurückgibt. Restkarten gibt es nur noch für die Vorstellung am Sonntag, 27. Mai, um 18 Uhr. Alle Infos, auch zu Karten und zur Warteliste, finden Interessierte im Internet www.buchbergbuehne.de. (eik)

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