04.01.2018 - 16:24 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Eine Reise zurück in das 14. Jahrhundert mit Rainer J. Christoph Goldene Straße brachte nicht nur Wohlstand

"Das Wasser der Moldau vor dem Vysehrad stand still, woraus eine Welle mit einer Rose empor schoss, aus der wiederum die Wiege Karls IV. entsprang", mit dieser Sage zur Geburt des böhmischen und deutschen Königs beschrieb Rainer J. Christoph welche Bedeutung diesem Herrscher für seine Epoche beigemessen wurde.

Heinz Steinkohl (links), Sprecher des Arbeitskreises Heimat und Kultur, übergibt Rainer J. Christoph ein Dankeschön.
von Markus NaglerProfil

Der Vorsitzende des Fördervereins Goldene Straße beleuchtete in einem kurzweiligen Vortrag den Umbruch im Europa des ausklingenden Mittelalters. Die "Goldene Straße", wie die Handelsstraße von Nürnberg nach Prag genannt wird, gewann in der Zeit Karls IV. große Bedeutung für die Orte in deren Einzugsbereich.

"Viele positive Entwicklungen sind darauf zurück zu führen", ist sich der Chronist sicher, gab dabei zu Bedenken, dass Straßen auch oft großes Leid über die Städte, Märkte und Dörfer gebracht haben. Den Ursprung dieser Straße sah man zu Beginn des zweiten Jahrtausends, wo die Verbindung als Kriegsstraße diente. Die Bedeutung einer Handelsstraße habe sich daraus entwickelt.

Schutz vor Pest

So schützen sich die Bürger von Pleystein bei Pest und Krieg, indem sie die Straße so beschädigten, dass sie unpassierbar wurde. Reisende nahmen darauf den Weg über Lohma. Als sich die Zeiten wieder besserten und Wegzölle wieder willkommen waren, wurde die Straße repariert und stattdessen die Alternativstraße beschädigt. Rainer J. Christoph beschrieb auch, dass Karl IV selbst die von ihm befohlene Route nicht immer einhielt. Dies lasse sich am Transport der Reichskleinodien von Karlstein nach Nürnberg im Jahre 1350 nachvollziehen. Belegbar sei der Abgang in Prag am 29. März 1350, der Transport über Waidhaus sowie die Ankunft in Nürnberg am 3. April. Aus diesem Bericht könne gut ersehen werden, wie lange damals die Reise von Prag nach Nürnberg dauerte. So gesehen dürfte der Zug am 1. April 1350 Schnaittenbach durchquert haben. Der Bevölkerung wird dies nicht entgangen sein, da der Tross aus Hunderten Reitern und einer großen Anzahl von Wagen bestanden habe.

Geschickte Verhandlung

Die "Goldene Straße" führte durch das als "Neuböhmen" bezeichnete Gebiet, welches einen großen Teil der nördlichen Oberpfalz umfasste und bis vor die Tore Nürnbergs reichte. Christoph wusste, dass Josef Stalin darüber informiert gewesen sei. Stalin wollte bei der Konferenz in Jalta erreichen, dass dieses Territorium in der Nachkriegsordnung der Tschechoslowakei zugesprochen werden soll. Durch geschicktes Verhandeln der Westmächte sei dies aber glücklicherweise verhindert worden.

Ausstellung

Mit dem Vortrag verbunden ist eine Ausstellung "650 Jahre Goldene Straße" im Schnaittenbacher Kulturstadl. Diese ist noch am Samstag, 6. Januar, von 17 bis 19 Uhr und am Sonntag, 7. Januar, von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Die Exponate der Ausstellung wurden unter anderem auch von Schulkindern gestaltet.

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