Freilichtbühne am Buchberg wagt sich erneut an großes Werk - Herausforderung: die Sprache
Keine Angst vorm "Jedermann"

Kultur
Schnaittenbach
30.11.2011
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Es ist eine ganz große Nummer, an die sich die Freilichtbühne am Buchberg da heran wagt: "Der bairische Jedermann" steht im nächsten Jahr auf ihrem Spielplan. "Das schreckt uns nicht", sagt Spielleiter Stefan Reindl angesichts des berühmten Stoffes. Im Gegenteil: "Es spornt uns an."

Die Begeisterung, mit der sich die Schnaittenbacher in ihr neues Projekt stürzen, sollte auch Ansporn für ihr Publikum sein: Morgen beginnt bereits der Vorverkauf. Wer dabei sein will, sollte nicht zögern, denn inzwischen ist die Fangemeinde der Buchbergbühne so groß, dass die Karten heiß begehrt sind. Offensichtlich kann die Buchbergbühne auf ein Publikum setzen, das ihr auch auf ungewöhnlichen Wegen folgt.

Zurück ins Dramatische

Die Dracula-Komödie heuer war für beide Seiten ein Wagnis - und hat doch bestens funktioniert. "Ich glaube, keiner von uns will den Dracula missen", bilanziert Reindl die Erfahrung mit dieser schrägen Theatergaudi. "Es war schön, mal in diese Ecke abzutauchen." Aber, so fügt er gleich hinzu, "da müssen wir nicht bleiben." Tun sie auch nicht. 2012 geht's mit dem "bairischen Jedermann" zurück "ins Dramatische - aber mit komödiantischen Ansätzen". Im Volksstück habe der Theaterverein schließlich seine Ursprünge. "Da wollen wir uns auch aufhalten", bekräftigt Reindl - "mit kleinen Ausflügen", auch in andere Genres.
Ein solcher Ausflug war die Dracula-Komödie, der nun also eine Tragödie folgt. Eine, die vielen Theaterfreunden ein Begriff ist. Das ist den Schnaittenbachern wohl bewusst. "Der eine oder andere hat's sicher schon gesehen", mutmaßt Vereinsvorsitzender Thomas Reiß. Aber das sei kein Problem, schließlich könne man den "Jedermann" ganz unterschiedlich spielen.

Abenteuer Reimform

Die Schnaittenbacher wollen dem Klassiker natürlich ihre ganz "eigene Note" geben und den "Jedermann" in die Oberpfalz verlegen. Reizvoll findet es Reindl, dass das Stück, 1910/11 geschrieben, heute noch aktuell ist: "Es geht um Gier, Macht, Leben, Ausnutzen, Sterben und dem dabei nicht Alleinsein." Die größte Herausforderung, meint Kerstin Donhauser, sei dabei diesmal die Sprache: "Das Stück ist in Reimform geschrieben."

Für die Buchberg-Inszenierung "übersetzt" es der Theaterverein ins Oberpfälzische. Die Reimform soll bleiben - mit dem Ziel, "dass man das eigentlich nicht merkt". Also wieder ein Abenteuer, für Schauspieler und Publikum gleichermaßen. Reindls Absicht: "Den ,Jedermann' auf unserem Berg so zu platzieren, dass er da dahoam is." (Blickpunkt)
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