02.10.2017 - 16:28 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

In Schnaittenbach Schaukasten für die Goldene Straße aufgestellt Bringt Orten neben Wohlstand auch Seuchen

Die Goldene Straße brachte im 14. Jahrhundert als Handelsroute den Dörfern, Märkten und Städten, die an ihr lagen, Wohlstand und wirtschaftlichen Aufschwung. Die Orte, die abseits von ihr lagen bekamen allerdings wenig davon ab.

Ein Schaukasten im Durchgang des alten Rathauses ist der Goldenen Straße und der sogenannten Verbotenen Straße gewidmet. Bild: nag
von Markus NaglerProfil

Durch Schnaittenbach verlief die kürzere, die sogenannte Verbotene Straße, deren Benutzung bei Strafe untersagt war. Da dies für die Entwicklung des Orts von immenser Bedeutung war, griff der Arbeitskreis Heimat und Kultur das Thema auf und eröffnete einen Schaukasten im Durchgang des alten Rathauses.

Arbeitskreissprecher Heinz Steinkohl blickte auf die historischen Ereignisse zurück und verdeutlichte, dass der Weg über die Kohlberger Höhen in der damaligen Zeit beschwerlicher war als auf der im Tal führenden "Verbotenen Straße". Bei der Eröffnung referierte die Sulzbacher Stadtführerin Eveline Eckl, die in der Kleidung einer Hofdame aus dem Mittelalter auftrat. Sie sprach über die Entstehung der Handelswege im Mittelalter.

"Die Pfade und Handelswege wurden mehr schlecht als recht gewartet", beschrieb sie den Zustand der Straßen, die von Fußgängern, Reitern und Pferdefuhrwerken, aber hauptsächlich von Ochsengespannen benutzt wurden. Sie mussten Berge, Täler und Flüsse überwinden. Die Flüsse waren noch unbegradigt und die Wege daran entlang meist versumpft. Bei Hochwasser waren die Flussauen oft überschwemmt und die Furten oft unpassierbar, weshalb die ältesten Straßen meist auf Höhenrücken verliefen.

Wie Eveline Eckl erläuterte, war es das Hauptziel von Kaisers Karl IV. (1316 bis 1378), eine durchgehend gesicherte Reise zwischen seinen Stammlanden Luxemburg und Böhmen zu ermöglichen. In dieser Zeit nahmen der Handel und das Gewerbe einen großen Aufschwung, da der Kaiser viele Privilegien erteilte. So stieg Sulzbach zur Hauptstadt Neuböhmens auf.

Wichtig waren laut Eckl auch Wagnereien und Schmieden. Hier wurden die häufigen Rad- und Achsenbrüche repariert, die Pferde und Ochsen beschlagen oder Reifen auf die Wagenräder gezogen. Die Vorrangstellung dieser Straße hielt das ganze 15. Jahrhundert an. Eveline Eckl gab aber auch zu bedenken, dass auf den Straßen nicht nur Waren und Personen unterwegs waren, sondern sich über sie auch Krieg und Krankheiten oder die Religion verbreiteten.

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