30.04.2014 - 00:00 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Amberger Kaolinwerke bauen in Schnaittenbach neue Anlagen für die Sand- und Kiesproduktion Statt Aus nun Millionen-Investition

2015 sollte endgültig Schluss sein. Jetzt aber geht's ein Jahr zuvor erst richtig los: Die Amberger Kaolinwerke (AKW) wollten ursprünglich den Produktionsstandort Schnaittenbach schleifen und dort nur noch Tagebau betreiben. Nun aber nimmt die Quarzwerkegruppe Frechen, zu der AKW gehört, 25 Millionen Euro in die Hand und baut ein neues Sand- und Kieswerk. Am Mittwoch war Grundsteinlegung für das Projekt.

Gemeinsam legten AKW-Vertreter und Ehrengäste am Grundstein Hand an (von links): Controlling-Leiter Michael Werner, der Hauptverantwortliche für den Neubau Dr. Wilbrordt Beenke, Bundestagsabgeordneter Alois Karl, Geschäftsführer Dr. Otto Hieber, der Geschäftsführende Gesellschafter der Quarzwerke Frechen Robert Lindemann-Berk, Europaabgeordneter Ismail Ertug, Landrat Richard Reisinger, Produktionsleiter Bernhard Neudecker, Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl und Schnaittenbachs Bürgermeister Josef Reindl.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

AKW-Geschäftsführer Dr. Otto Hieber sprach zur Begrüßung von einem "in die Zukunft gerichteten Werk mit rund 30 modernen Arbeitsplätzen", das hier im ehemaligen Tagebaubereich entstehe. Dafür bedankte er sich bei den Gesellschaftern, als er sagte: "Mit dieser weitsichtigen Entscheidung werden die Amberger Kaolinwerke ein noch interessanterer Partner ihrer Kunden für Premiumprodukte aus der Oberpfalz - und dies für Jahrzehnte."

Auf 40 Jahre hinaus

Mit den geplanten Anlagen lasse sich die Reichweite der Rohstoffvorräte auf rund 40 Jahre hinaus verlängern. Hieber sah dies als "gutes Signal nicht nur für die Mitarbeiter des Unternehmens, sondern für die gesamte Region". Er nannte das Vorhaben "das größte Einzelprojekt in der 180-jährigen Geschichte des Schnaittenbacher Kaolinbergbaus". Sportlich stieg Robert Lindemann-Berk, Geschäftsführender Gesellschafter der AKW-Mutter Quarzwerke Frechen, in sein Grußwort ein, als er die 0:4-Blamage von Bayern München gegen Real Madrid und die 0:2-Niederlage der Kölner Eishockey-Haie erwähnte: Beides stünde in den im Grundstein hinterlegten Zeitungen vom Mittwoch und werde so der Nachwelt überliefert.
Der Sprecher bezeichnete das künftige Werk als ein "Bekenntnis zur Region, aber auch zum Standort Deutschland". Die Gesamtkosten für die Fabrik und weitere Ergänzungs- und Erhaltungsinvestitionen bezifferte er auf rund 40 Millionen Euro. Das Unternehmen glaube an den Standort und die Richtigkeit der Entscheidung, trotz der Rückgänge in der Papierindustrie und günstigerer Produktionsbedingungen beispielsweise in Tschechien. Allen Beteiligten bescheinigte er, sich "mit Herzblut und Engagement" für das Projekt in Schnaittenbach eingesetzt zu haben.

Dass die Arbeiten wie vorgesehen laufen, dafür bedankte sich am Mittwoch der Projektleiter für den Neubau, Bernhard Neudecker. Er führte hier besonders die am bergrechtlichen Genehmigungsverfahren beteiligten Träger öffentlicher Belange für die zügige Bearbeitung an. Sein Dank galt aber auch allen Mitarbeitern, "die die Umsetzung des Projektes vorangetrieben haben".

Per Pipeline

Neudecker stellte den geladenen Gästen aus dem Kundenkreis, der Politik und von Behörden das Vorhaben vor. Das Werk soll im Frühjahr 2015 in Teilbereichen in Betrieb gehen und im darauf folgenden Herbst fertiggestellt sein. Danach werden hier die Roherden aus den zwei Schnaittenbacher Tagebauen aufgelöst. Die enthaltenen Kaolin- und Feldspatanteile werden in zwei etwa drei Kilometer langen Pipelines zur Weiterverarbeitung nach Hirschau gepumpt. Neu gebaut werde nach dem Abriss der restlichen Gebäude auch die künftige Werkszufahrt. Der Sprecher versicherte, dass sich die Lärm- und Staubbelästigung für Anlieger deutlich reduzieren werde.
Quarzsande und -kiese hingegen werden die Mitarbeiter im neuen Werk zu hochwertigen Produkten für die Glas-, die bauchemische, die Wasserfilter- und die Bauindustrie aufbereiten. Teilmengen, so hieß es am Mittwoch weiter, würden zu Quarzmehlen vermahlen, überwiegend zur Verwendung in der keramischen Industrie. (Hintergrund)

___

Bildergalerie im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/akw-grundstein

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.